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„Die Profis ziehen die anderen mit“

„Die Profis ziehen die anderen mit“

Dirigent Christoph Altstaedt erwartet rund 250 Musikbegeisterte zum Symphonic Mob auf dem Rostocker Uniplatz

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Rostock „Ihr spielt die Musik!“ – unter diesem Motto lädt die Junge Norddeutsche Philharmonie Musikbegeisterte aus MV am Sonnabend zu einem symphonischen Flashmob auf dem Rostocker Uniplatz ein. Der OZ verriet Gastdirigent Christoph Altstaedt (36), der die musikalische Leitung übernimmt, das er diese Erfahrung zum ersten Mal macht.

OZ-Bild

Dirigent Christoph Altstaedt erwartet rund 250 Musikbegeisterte zum Symphonic Mob auf dem Rostocker Uniplatz

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Worin liegt das Potenzial eines Symphonic Mob?

Christoph Altstaedt: Es würde mich freuen, wenn man damit wieder Leute ans Instrument bringt, die gerne spielen, aber nicht die Zeit haben, regelmäßig zur Probe zu gehen. Leute, die vielleicht lange nicht gespielt haben oder Hemmungen haben und sich nun sagen, bei zweihundert Leuten traue ich mich. Da fällt es nicht auf, dass ich die Posaune Freitag erst wieder aus dem Keller geholt habe.

Sie holen die klassische Musik aus dem Konzertsaal auf die Straße. Ist das als Versuch zu verstehen, das Elitäre aufzuheben?

Altstaedt: Auch. Wir wissen, dass viele den Gang ins Konzerthaus scheuen. Darum versuchen wir, alternative Spielstätten zu finden, mit denen wir die Leute direkter erreichen. Ob man damit die große neue Konzerthörerschicht erreicht, das bezweifle ich. Aber in Zeiten von Einsparungen ist es wichtig, Flagge und Präsenz zu zeigen.

Die Idee zum Symphonic Mob stammt vom Berliner Dirigenten Kent Nagano, der das Spektakel mit dem Deutschen Symphonie-Orchester dreimal in Berlin organisiert hat. Pfingstmontag spielten dort rund 1000 Musiker.

Altstaedt: Wir rechnen mit 200 bis 250 Rostockern.

Die noch dazukommen? Sie selbst sind ja 110 Musiker ...

Altstaedt: Ja. Wobei wir nicht in voller Besetzung kommen. Wir haben ja Instrumente dabei, die bei den Stücken, die wir spielen, gar nicht verlangt sind, zum Beispiel Tuba, Klarinette oder Englischhorn.

Egal ob Hobby- und Profimusiker, alle sind eingeladen, mitzumachen. Wie gelingt es, die unterschiedlichen Spielniveaus zu vereinbaren?

Altstaedt: Die Profis ziehen die anderen mit. Meist ist es das Schwierigste, sich in das Tempo und den Fluss des Orchesters einzufinden. Wenn man jemanden hat, der das professionell macht, hängt man sich einfach dran, ähnlich, wie beim Skifahren. Man kann fahren, findet aber die optimale Linie auf der Piste nicht. Dann fährt man hinter jemandem her, der einen sicher den Hang runterführt.

Die Noten kann man sich kostenlos herunterladen, dazu gibt es Video-Tutorials. Also üben sollten die Musiker Zuhause vorab schon? Altstaedt: Jein, es soll kein Druck entstehen. Wir machen das der Freude wegen. Und wir proben dann ja auch zusammen. Dafür sind eineinhalb Stunden angesetzt, dann gibt es eine kleine Pause, danach wird das Ergebnis in Form eines öffentlichen Konzertes präsentiert.

Das heißt, man muss keine Angst haben, wenn man nicht alle Stücke spielen kann, sondern lernt vor Ort?

Altstaedt: Unbedingt. Bloß keine Scheu! Auch wenn man das Gefühl hat, den einen Lauf kann ich nicht, gibt es immer andere Leute, die das können. Und dann spielt man einfach den Rest mit. Man kann auch gerne kommen und nur die Schlussnote spielen.

Was ist für Sie als Dirigent die größte Herausforderung?

Altstaedt: Das ist ja auch mein erster Symphonic Mob, insofern kann ich das gar nicht so richtig sagen. Ich vermute, dass viele der Laien nicht regelmäßig mit einem Dirigenten spielen, daher muss man schauen, dass man die Leute koordiniert. Am wichtigsten ist es aber, sie bei Laune zu halten.

Weitere Orte für Symphonic Mobs sind Köln, Bremen und Frankfurt an der Oder. Wäre es nicht denkbar, in allen Orten zeitgleich einen Symphonic Mob zu veranstalten, um größere Aufmerksamkeit zu bekommen?

Altstaedt: Das ist eine gute Idee. Es wäre sicherlich eine sehr publikumswirksame Variante für die Zukunft.

OZ-Aktion zum Symphonic Mob

200 bis 250 Musikbegeisterte erwarten die Veranstalter des Symphonic Mobs am Sonnabend zusätzlich zu den Musikern der Jungen Norddeutschen Philharmonie auf dem Uniplatz. Das öffentliche Proben beginnt um 15 Uhr. Gegen 17 Uhr soll ein erster Durchlauf starten, um 18 Uhr soll dann das Flashmob-Konzert gespielt werden.

Der Symphonic Mob der Region Mecklenburg-Vorpommern ist ein Projekt der Jungen Norddeutschen Philharmonie in Kooperation mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin.

Infos: www.symphonic-mob.de 5 Gewinner können sich zusätzlich zum Flashmob freuen: Denn neben dem musikalischen Spektakel wird in der Zeit zwischen 15 und 18 Uhr auch das Zelt der OSTSEE ZEITUNG auf dem Rostocker Universitätsplatz stehen. Besucher können dort den Kalender „Schöne Ostsee“ 2017 erwerben und den Tag zudem auf besondere Art festhalten: Jeder Besucher kann kostenlos ein Erinnerungsfoto von sich machen lassen, das er per Mail zugeschickt bekommt. Unter allen Fotos werden die drei Besten prämiert. Die Gewinner erhalten je zwei Karten für die Sängerin Annett Louisan, die am 20. März 2017 in der Stadthalle Rostock auf der Bühne steht. Für die viert- und fünftprämierten gibt es jeweils ein Strandpaket mit Handtuch, Flip Flops und Sonnenbrille.

Interview von Stefanie Büssing

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