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Kultur Die Suche nach der Identität
Nachrichten Kultur Die Suche nach der Identität
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00:00 15.05.2017
Rostock

Ein junges Mädchen, das sein Gesicht mit Katzenstickern beklebt, sich ein Haustier wünscht, um nicht allein zu sein und mit dem Uniprofessor über die Frauenquote diskutiert – es ist dieser Widerspruch, das Spannungsfeld zwischen Kindheit und Erwachsenenwelt, die Suche nach der Identität, die Regisseurin Lotta Schwerk und Kameramann Fion Mutert in ihrem Film „Was wir wissen“ in Szene gesetzt haben. Auf dem Rostocker Kurzfilmfestival „FiSH“ am Wochenende wurde der Coming-of-Age-Streifen im Wettbewerb „Junger Film“ zum mit 9000 Euro dotierten „Film des Jahres“ gekürt. An vier Tagen wurden 70 Kurzfilme, Dokumentationen, Spiel-, Animations-, Experimentalfilme und Musikvideos gezeigt.

Es war ein breites Spektrum, das die Nachwuchsfilmer – der jüngste war sieben – auf die Leinwand bannten. „Neben der Flüchtlingsproblematik sind es klassische Beziehungsgeschichten oder die Suche nach der Identität, die thematisiert werden“, sagt Juryeiter Matthias Spehr vom Institut für neue Medien Rostock, der das Festival 2004 ins Leben gerufen hat.

Von 380 Einreichungen haben es 36 Filme ins Festival geschafft: „Die alle an zwei Tagen zu schauen ist Wahnsinn“, sagt Schauspielerin Jytte-Merle Böhrnsen, die im Tatort und „Kokowääh 2“ zu sehen war. Ihre Kriterien: „Ein Film muss mich berühren und mir am Ende was mitgeben.“ Sie sitzt mit ihrem Mann, Regisseur und Autor Tobias Wiemann, in der Jury. Der gebürtige Greifswalder zeigte vor mehr als zehn Jahren selbst seine Kurzfilme auf dem FiSH, arbeitete bei der Produktionsfirma von Til Schweiger, sein Kinofilm „Amelie rennt“ hatte auf der Berlinale Premiere.

Es sind nicht nur die öffentlichen Jurydiskussionen, bei denen die Filmemacher Feedback bekommen, sondern auch die Gespräche auf Augenhöhe, die das Festival ausmachen. „Wir wollen der glamourösen Scheinwelt des Fernsehens etwas entgegensetzen“, sagt Spehr. „Bei uns werden eher reale Welten abgebildet.“

Mit Formaten wie dem Medienkompetenzpreis, Gastlandfenster, Online-Talkshow und der Verleihung des Musikvideopreises des Landes „PopFiSH“ ist das Festival jährlich gewachsen. Den PopFiSH erhielt das Musikvideo von Felix Gerbrod, das er zu dem Lied „Heute ist Donnerstag“ der Band „Kotze im Einkaufswagen“ entwickelt hatte. „Es hatte viele gute Momente, die ich als stark verstörend empfunden habe", sagte der Hamburger Produzent und Juror Kay Otto. Stark verstörend war für viele Zuschauer neben der Musik wohl eher die Juryentscheidung, aber Kunst hat bekanntlich viele Gesichter – auch wenn dieses wie in diesem Fall mit einer McDonald’s-Tüte maskiert ist.

Stefanie Büssing

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