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Die Trumps beim „Easter Egg Roll“

Pflichtauftritt mit Osterhase Die Trumps beim „Easter Egg Roll“

Internationale Krisen sind für ein paar Stunden Nebensache, wenn im Garten des Weißen Hauses Ostereier gerollt werden. „A place to be“ - auch für die Trumps. Allzu viel Lust darauf scheinen sie aber nicht zu haben.

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Donald Trump und der Osterhase auf dem Balkon des Weißen Hauses.

Quelle: Carolyn Kaster

Washington. Es ist sein erster „Easter Egg Roll“ als Präsident, doch Donald Trump ist nicht ganz bei der Sache. Seine Frau Melania muss ihm einen leichten Schubs geben, damit der Präsident bei der Nationalhymne die Hand auf sein Herz legt.

Auch sonst scheint das Spektakel am Ostermontag für Trump vor allem eines zu sein: eine Pflichtaufgabe.

An seinen freien Tagen ist er lieber in seinem Anwesen in Florida und spielt Golf, aber beim traditionellen „Ostereierrollen“ („Easter Egg Roll“) muss der Präsident in Washington sein. Das Fest läuft bereits seit dem frühen Morgen, als die Trumps am späten Vormittag (Ortszeit) auf einem Balkon des Weißen Hauses erscheinen. Donald Trump trägt einen Anzug mit roter Krawatte, Melania ein hellrosafarbenes Sommerkleid. Neben ihr steht ihr elfjähriger Sohn Barron.

Dann singt eine Soldatin die Hymne, Trump sagt ein paar Worte: „Wir werden stärker und größer und besser sein als Nation als jemals zuvor“ - einer seiner Standardsätze, nur dass diesmal viele Kinder im Publikum sind. Dann übergibt er an die „First Lady“, die von einer „wundervollen Tradition“ spricht und frohe Ostern wünscht. Barron bekommt fast den meisten Applaus, als er, etwas schüchtern, in die Menge winkt. Und neben Trump steht nun ein Osterhase auf dem Balkon.

Anschließend mischen sich die Trumps unter die vielen Gäste im Garten des Weißen Hauses. Kinder suchen dort Eier und balancieren mit einem großen Löffel über den Rasen. Die Trumps schütteln Hände und winken in die Menge, unter dem wachsamen Auge des „Secret Service“. Der Präsident pfeift ein Ostereier-Wettrennen an, US-Sender übertragen live. Melania liest Kindern eine Ostergeschichte vor, auch sie wirkt dabei aber distanziert.

Auf die „First Lady“, traditionell Gastgeberin des „Easter Egg Roll“, waren viele Blicke gerichtet am Ostermontag. Denn bisher hatte sich das ehemalige Model rar gemacht in Washington. Die 46-Jährige wohnt bislang noch im Trump Tower in New York, das hatte bereits für viele Irritationen und Spekulationen gesorgt. Kurz vor dem „Easter Egg Roll“ berichteten nun US-Medien, dass Melania und ihr Sohn Barron im Sommer ins Weiße Haus ziehen wollen.

Allzu große Lust auf das Ostereier-Spektakel an ihrem Amtssitz aber schienen die Trumps schon im Vorfeld nicht zu haben. Erst kurz vor Ostern kam die offizielle Bestätigung des Weißen Hauses, dass die Trumps überhaupt teilnehmen. Und auch die Planungen liefen holprig an, das Weiße Haus sei in Zeitverzug gewesen, meldeten US-Medien. Das Fest fiel in diesem Jahr außerdem so klein aus wie seit langem nicht mehr. Unter den Obamas, die sich bei dem Spektakel stets lässig zeigten, kamen 2016 noch rund 37 000 Gäste, die ihr Ticket bei einer Lotterie ergattert hatten - in diesem Jahr erwarteten US-Medien nur rund 20 000.

Für einen Gast immerhin war das Ganze ein Fortschritt. Trumps Sprecher Sean Spicer, der sich mit Sendern und Zeitungen einen Kleinkrieg liefert, kam im Anzug, machte Fotos und las Kindern Geschichten vor - früher einmal hatte er sich beim „Easter Egg Roll“ ein Hasen-Kostüm übergestreift, wie US-Medien beinahe genüsslich berichtet hatten.

dpa

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