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Die ernsten Spiele der Emanzipation

Rostock Die ernsten Spiele der Emanzipation

Bühnenstück „Frauen“ hatte Premiere in Warnemünde

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Sonja Hilberger (l.) und Sandra- Uma Schmitz.

Quelle: Foto: D. Gätjen

Rostock. Warum eigentlich hört man Sandra-Uma Schmitz nicht öfter auf der Bühne singen? Die Frage drängt sich auf nach der Premiere des Programms „Frauen“ am Samstagabend in der Kleinen Komödie Warnemünde. Denn wie die Rostocker Schauspielerin hier Lieder und Songs vorträgt, ganz ohne Manierismen, sondern schnörkellos einfach mit starker Stimme, in klarer, geradliniger Artikulation, die nicht nur Noten, sondern Gedanken ausdrückt: Großartig!

Doch dies war nicht die einzige Entdeckung des gut zweistündigen Abends. Charmant und leidenschaftlich, mal ironisch, mal kämpferisch spielen, singen und prüfen die beiden Schauspielerinnen Sonja Hilberger (auch Regie) und Sandra-Uma Schmitz verschiedene gesellschaftliche Frauenbilder durch, würdigen oder parodieren sie, dabei kongenial und lustvoll unterstützt durch den Pianisten Ralph Zedler. Ihr „Frauen“-Projekt ist mehr, als der Untertitel „Eine erotisch-musikalische Suche“ ankündigt: ein komplexer und interessanter Exkurs – zwischen feminin und Feminismus, Erotik und Gebärmutterverweigerung, individuellen Glücksansprüchen und weltpolitischem Engagement – über die „Frauenfrage“. Für deren Lösung als Menschheitsfrage sei die Zeit reif, deuten die beiden optimistisch an.

Dabei bringen Hilberger und Schmitz mit Liedern von Hanns Eisler und Kurt Weill über Nina Hagen und Ton, Steine, Scherben bis zu Madonna eine große Fülle von Material auf die Bühne. In rasch wechselndem Outfit präsentieren beide Schauspielerinnen ihr Programm: Mantel, Leggings, Schnürstiefel, kurz mal mit Stahlhelm, oder im glitzernden Abendkleid, Boa umgehängt oder weggeworfen, oder im schwarzen Unterkleid. Ebenso rasch wechseln die Stimmungslagen: ein Wechselbad der Gefühle. Spaß ist natürlich auch dabei. Aber dass der niemals harmlos wird, macht die Stärke des Programms aus.

Dietrich Pätzold

OZ

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