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Dieter Wedel sorgt für Besucher-Ansturm in Bad Hersfeld

Festspiele Dieter Wedel sorgt für Besucher-Ansturm in Bad Hersfeld

Das gab's noch nie: Vier Monate vor den ersten Premieren sind zwei Stücke bei den Bad Hersfelder Festspielen nahezu ausverkauft. Dabei ist das Ensemble noch gar nicht benannt.

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Dieter Wedel arbeitet derzeit auf Mallorca an seinem Lutherstück. Ein Historiendrama aber soll es nicht werden.

Quelle: Uwe Zucchi/archiv

Bad Hersfeld. Intendant Dieter Wedel hat bei seiner Stückeauswahl für die diesjährigen Bad Hersfelder Festspiele den richtigen Riecher: Gut vier Monate vor der Eröffnung des Freilicht-Theaterfestivals sind bereits zwei Programmhöhepunkte fast ausverkauft.

Die Auslastung für Wedels Auftaktstück „Martin Luther - Der Anschlag“ (Premiere 23. Juni) liegt bei 94 Prozent und für das Musical „Titanic“ (Premiere 14. Juli) bei 97 Prozent, wie eine Festspiel-Sprecherin sagte. Dies habe es in der langen Festspiel-Geschichte noch nie gegeben. Wegen der großen Nachfrage werden von beiden Stücken je drei Zusatzvorstellungen angeboten.

Dieter Wedel sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich bin unglaublich glücklich über diesen Vorverkauf. Die Zahlen sind eine Bestätigung für meine Mitarbeiter und mich. Wir sind angesichts dieses großen Zuschauerinteresses auf einem guten Weg.“ Bad Hersfeld erlebe nun, was sonst nur bei großen Festspielen in Salzburg und Bayreuth zu beobachten sei: eine enorme Nachfrage nach Karten. Der Zuschauer-Zuspruch ist umso bemerkenswerter, weil bisher noch keine Schauspieler-Namen für die Produktionen bekannt gegeben wurden.

Wedel versprach aber: „Wir werden wieder sehr gute und bekannte Schauspieler haben.“ Das Festspiel-Publikum habe durch die Besetzungen in den Vorsaisons das Vertrauen aufgebaut, dass sie wieder außergewöhnliche Akteure auf der Bühne der Stiftsruine sähen. „Das Vertrauen des Publikums dürfen wir nicht enttäuschen. Natürlich stehe ich jetzt unter Erfolgsdruck“, bekannte Wedel.

Der Star-Regisseur („Der Schattenmann“, „Der König von St. Pauli“), hat sich derzeit mit seinem Assistenten Joern Hinkel in sein Haus auf Mallorca zurückgezogen. Dort schreiben sie täglich stundenlang am Buch für das Luther-Stück. „Wir sind hier in der Abgeschiedenheit völlig abgetaucht. Als wir im Januar in meinem Büro in Hamburg waren, war es mir zu unruhig. Da klingelte laufend das Telefon und ständig war etwas. In der Ruhe auf Mallorca können wir uns voll und ganz dem Projekt widmen. Es hat aber den Nachteil, dass man abends hier erstmal ein geöffnetes Restaurant fürs Abendessen finden muss. Wir haben beide schon ein paar Kilo abgenommen.“

Wedel sagte, es sei ein großes Abenteuer, sich auf solch einen großen Stoff eingelassen haben. „Aber Martin Luther zu wählen, war eine richtige Entscheidung. Es ist interessant, die vielen Gegensätze der Figur zu entdecken. Das habe ich bislang bei keiner anderen historischen Figur erlebt.“ Wedel stellte aber klar, dass sein Stück anlässlich des Reformationsjubiläums über den Kirchen-Reformer (1483-1546) kein Historiendrama werde. „Wir wollen versuchen, auch Humor einzubauen, damit die Zuschauer auch mal lachen können. Wir wollen schließlich gute Unterhaltung machen.“

Zum Programm der 67. Saison (23. Juni bis 19. August) gehören auch zwei Wiederaufnahmen, die im Karten-Vorverkauf stark gefragt sind: das Musical „My Fair Lady“ - Publikumsmagnet der Vorsaison - und das Drama „Hexenjagd“. Und auch das Grimmsche Märchen und Familienstück „Das tapfere Schneiderlein“ (Buch: Franziska Reichenbacher) steht hoch im Kurs. Insgesamt sollen sieben Produktionen gezeigt werden. Das Stück für die sogenannte Spielwiese neben der Stiftsruine und die Produktion im Schloss Eichhof werden noch bekanntgegeben.

dpa

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