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00:00 02.02.2018
Von rund 4000 Besuchern gefeiert: Walzerkönig André Rieu und sein Johann-Strauss-Orchester am Mittwoch in der ausverkauften Rostocker Stadthalle. Quelle: Foto: Ove Arscholl
Rostock

. Es sind auch seine seit Jahrzehnten geübten Rituale, die das Publikum so liebt. Am Mittwoch, pünktlich um 20 Uhr, marschiert André Rieu (68) zu Walzerklängen – die kommen da allerdings noch vom Band – in die Rostocker Stadthalle ein. Der Meister, wie stets im Frack und mit goldener Uhrkette über der Weste. Ihm folgt das Johann-Strauss-Orchester. Die Damen, ebenfalls wie gewohnt, in klassischen Glitzerkleidern, die Herren im gleichen Dress wie ihr Chef. Auf Pünktlichkeit legt Rieu Wert. Das lässt er vor allem jene wissen, die sich erst jetzt auf ihre Plätze begeben: „Wir kommen aus Holland und sind pünktlich . . .“ Erstes Lachen, erster Applaus. In den kommenden gut zweieinhalb Stunden wird es von beidem noch viel geben.

Auch an Glamour wird nicht gespart. Und an Charme erst recht nicht. Dafür ist der Dirigent aus dem schönen Maastricht schließlich bekannt, spätestens seit er sich vor 30 Jahren mit seinem Orchester aufmachte, die Welt musikalisch zu erobern. Da ging dem Publikum sein Bekenntnis, mit Rostock im „Zentrum des Universums“ zu gastieren, doch wie Honig runter. Und dass seine Rostock-Visite 2018 auch ein Jubiläum sei, ließ der Entertainer wissen: „Wir sind heute das 15. Mal hier.“ Wenn das keinen Applaus wert ist!

Zum nächsten, diesmal bitte enthusiastischen Beifall, fordert der Charmeur, schelmisch lächelnd, selbst auf: „Überall auf der Welt gibt es für diese Arie Standing Ovations“, ruft er den 4000 in der Halle zu. Worauf die drei aus Frankreich, Ungarn und Tasmanien stammenden Tenöre stimmgewaltig Puccinis „Nessun Dorma“ aus der Oper „Turandot“ in den Saal schmettern. Und das Publikum erhebt sich anschließend – wirklich begeistert – von den Plätzen.

Eine Begeisterung, die den ganzen Abend anhält. Auch nach dem Auftritt von zwei Sopranistinnen aus dem Reich der Mitte, die Rieu bei seiner China-Tournee für sein Ensemble gewinnen konnte, bleibt keiner sitzen. Mit „Plaisir d’amour“ von Jean-Paul-Égide Martini komponiert, verzaubern die Sängerinnen schon nach wenigen Tönen die Zuhörer. Das schafft auch der Clan Mac Lanborough mit irischer Dudelsackmusik und Orchesterbegleitung. Da bedarf es eigentlich gar nicht mehr Rieus Kommentar: „Musik braucht keine Worte. Sie geht sofort ins Herz!“

Auch für weitere erhabene Klänge ist reichlich Platz. So für Georg Friedrich Händels „Hallelujah“, Andrew Lloyd Webbers „Denk an mich“ oder Carl Orffs „O Fortuna“. Viel Zeit für Tänze wird auch dem Ensemble und den Zuschauern eingeräumt. So den Damen des Orchesters, die in original holländischem Schuhwerk und Kostümen nach Albert Lortzings Holzschuhtanz über die Bühne wirbeln und dem Publikum, das sich zu Walzerklängen trotz der Enge der Halle dreht. Bei Émile Waldteufels „Schlittschuhläufer-Walzer“ tanzt das Orchester sogar Polonaise, und einer der Bläser gönnte sich dabei einen ordentlichen Schluck Kräuterlikör. Da ist Lachen angesagt, wie schon vorab bei Rieus Versicherung, er habe den Walzer für das „berühmte winterliche Rostocker Scheiß-Wetter“ ins Programm genommen.

Immerhin, winterlich wird es dann doch auf der Videowand, wo verschneite holländische Windmühlen und Grachten entsprechende Stimmung schaffen.

Lautstark fordert das Publikum am Ende des Konzertes Zugabe auf Zugabe ein. Dazu zählen „Can’t Help Falling in Love“ von Elvis, Tutti Frutti von Little Richard und letztlich die Farewell-Melodie. Mit ihr verabschieden sich Rieu und Orchester endgültig – zumindest für diesen Abend.

André Rieu: Mit dem Johann-Strauss- Orchester um die Welt

André Rieu wurde am 1. Oktober 1949 in Maastricht geboren. Er stammt aus einer Musikerfamilie. Ersten Violinunterricht hatte er mit fünf Jahren, später studierte er an den Konservatorien von

Lüttich und Maastricht.

Seit Mitte der 1990er Jahre reist Rieu mit seinem Johann-Strauss-

Orchester um den Globus.

Neben den Konzerten auf Tourneen produziert Rieu in der Regel Specials mit verschiedenen

Popgrößen, welche im Fernsehen zu sehen oder auf DVD erhältlich sind.

Seine Ensembles bestehen aus Solisten und Sängern.

Werner Geske

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