Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Dissonante Töne der „Front“ am Thalia Theater
Nachrichten Kultur Dissonante Töne der „Front“ am Thalia Theater
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 24.03.2014
Die Schauspieler Patrick Bartsch, Bernd Grawert, Katelijne Verbeke und Benjamin-Lew Klon (v.l.) im Hamburger Stück „Front“. Quelle: dpa

Vorn am Rand der nackten Bühne sitzen in Reih und Glied junge und ältere Männer in altmodischen Anzügen vor Notenständern ohne Noten. Sie wirken erstarrt — wie Ratten in einer Falle. Satzfetzen schwirren durch die Luft wie Schüsse, die ins Herz zielen. „Auf euren Schultern ruht das Vaterland.“ — „Der beste Schütze, den ich hatte, war erst 14.“ — „Wer hier nicht den Verstand verliert, muss zumindest das Gefühl verlieren.“ — „Wir sind gefährliche Tiere geworden.“

So beginnt am Hamburger Thalia Theater Luk Percevals aufwühlendes viersprachiges Projekt „Front“ über den Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918. Ein zweistündiger — unter Grabenkämpfen im eigentlich neutralen Belgien verorteter — Abend. Bei der Uraufführung Samstagabend reagierte das Publikum betroffen und mit starkem Beifall auf die Polyphonie nach „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque, „Le Feu“ von Henri Barbusse und vielen Zeitdokumenten.

In der dissonant tönenden Koproduktion mit dem Theater NTGent agieren elf deutsche und belgische Darsteller, darunter Burghart Klaußner, mit Leib und Seele. Die Textcollage schuf der Belgier Perceval, Leitender Thalia-Regisseur, mit Christina Bellingen und Steven Heene (Musik: Ferdinand Försch).

Perceval (56) hat 1999 am Deutschen Schauspielhaus und in Salzburg mit seinem zwölfstündigen Shakespeare-Zyklus „Schlachten!“ Furore gemacht, seit 2009 ist er am Thalia tätig. „Front“

wurde bereits zum Edinburgh International Festival im August eingeladen. Gastspiele durch die Benelux-Staaten und nach Reims sind geplant.



OZ

„Überspannte Bögen“ nennt Katja Pfeiffer ihre Ausstellung. In St. Georgen schafft sie ihren eigenen Kunstraum und provisorische Dauerlösungen.

24.03.2014

Das MEZ in Gägelow präsentiert neue Ausstellung.

24.03.2014

Der Festspielfrühling auf Rügen endete am Wochenende mit dem David Orlowsky Trio und dem Fauré Quartett. 4400 Besucher in zehn Tagen brachten neuen Rekord.

24.03.2014
Anzeige