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„Don Quijote“ als großer Spaß in Schwerin

Schwerin „Don Quijote“ als großer Spaß in Schwerin

Gelungene Premiere im E-Werk mit zahlreichen Gags und viel Kurzweil – und etwas Nachdenklichkeit am Ende

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Jochen Fahr gibt dem Helden Don Quijote den nötigen Schuss Verrücktheit und wird am Ende wirklich zu einer traurigen Gestalt.

Quelle: Foto: Silke Winkler

Schwerin. Willkommen im Restaurante „Flor de La Mancha“. Biertische stehen im Innenhof des Schweriner Theaters E-Werk, an einer Imbissbude decken sich die Besucher mit Getränken, Nudelsalat und Käsewürfeln ein und sind damit schon Teil der Szenerie beim Sommertheater „Don Quijote“, das Freitag Premiere feierte.

Aus einem Fenster im zweiten Stock erhebt der Ritter das Wort ans Volk: Er sei in die Welt gesandt worden, um das goldene Zeitalter wieder auferstehen zu lassen. „Wisset: Nichts ist unmöglich.“ Er seilt sich geschickt ab (erster Applaus), und die Abenteuer des Ritters von der traurigen Gestalt können beginnen. Vor 400 Jahren hat Miguel de Cervantes die Parodie auf einen Ritterroman geschrieben, der zu den Klassikern der Weltliteratur gehört. Don Quijotes Pferd „Rosinante“ ist in Schwerin eine blaue Schwalbe (DDR-Moped), und Sancho Pansa „reitet“ auf einem klapprigen Drahtesel.

Getreu der Vorlage zieht der euphorische Ritter zunächst gegen Windmühlen (-räder) zu Felde und kassiert erste Blessuren. Die Spelunke, in der er dann einkehrt, ist die Imbissbude, und ihre Betreiberin, wahlweise eine Zuschauerin, werden zu Dulcinea von Toboso. Die „schlichte Nichte“ versucht ihren verrückten Onkel zu retten, der sich in immer neue Gefahren verrennt und ordentlich auf die Kappe kriegt, die eine verbeulte Schüssel ist.

Das alles wird als großer Spaß inszeniert (Regie: Katja Wolff). Die Gag-Dichte ist hoch und voller Anspielungen („La Mancha first“), es wird gereimt („Ist auch der Ritter voller Beulen, nie sah man einen Ritter heulen“), gesungen („Wollte der alte Ritter schnackseln, musste er aus der Rüstung kraxeln. Ja so warn's, ja so warn’s, ja so warn’s die alten Rittersleut . . .“). Die Schauspieler agieren mit vollem Körpereinsatz, springen auch mal auf die Biertische und legen rasante Kampfszenen hin. Jochen Fahr gibt dem Helden Don Quijote den nötigen Schuss Verrücktheit und wird am Ende, lädiert und blamiert, wirklich zu einer traurigen Gestalt – ohne jedoch seine Würde zu verlieren. Trotz aller Gags und Kurzweil bleibt am Ende Nachdenklichkeit, wenn der Idealist von den Realisten demontiert und der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

Infos: Innenhof E-Werk Schwerin, Spieltordamm 1. Termine: 23., 24., 29., 30 Juni und 1., 2. 6., 7., 8. und 9. Juli, jeweils 20 Uhr, Karten: Theaterkasse, ☎ 0385/5300123, kasse@mecklenburgisches-staatstheater.de

Petra Haase

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