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Dresdner Luther mitten im Geschehen

Dresden Dresdner Luther mitten im Geschehen

3,30 Meter groß, Blick gen Himmel, die rechte Faust auf der Bibel – seit gut 130 Jahren ist Martin Luther auf dem Dresdner Neumarkt präsent.

Dresden. 3,30 Meter groß, Blick gen Himmel, die rechte Faust auf der Bibel – seit gut 130 Jahren ist Martin Luther auf dem Dresdner Neumarkt präsent. Zu Füßen der Bronzestatue rasten Passanten mit Shopping-Tüten, Stadtführer referieren, Touristen machen Fotos von einem der bekanntesten Gotteshäuser Europas: der Frauenkirche. „Luther war ihr Spiritus Rector“, sagt Pfarrer Sebastian Feydt. Seine Glaubensvorstellung bilde ihre geistliche Architektur – bis in die Gegenwart.

 

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Das Luther-Standbild auf dem Dresdner Neumarkt

Quelle: A. Burgi/dpa

Das Reformationsjubiläum 2017 rücke die Lutherdenkmäler des 19. und 20. Jahrhunderts in Deutschland wieder ins Licht. Die Zahl der Lutherdenkmäler bundesweit ist nicht erfasst. Das älteste ist das Lutherdenkmal in Wittenberg (Sachsen-Anhalt), das 1821 zugleich das erste öffentliche für einen Bürgerlichen war. Höhepunkt der Entwicklung ist das Reformationsdenkmal in Worms (Rheinland-Pfalz). Die Gruppe mit Luther im Zentrum hatte der Dresdner Bildhauer Ernst Rietschel (1804-1861) konzipiert. Sie war 1868 eingeweiht worden und war auch Vorbild für die Dresdner Statue. Das Denkmal wurde am Reformationstag 1885 enthüllt – als Monument von „Deutschlands größtem Sohn“.

Gut 130 Jahre später ist der Glanz der „Lichtgestalt“ verblasst, nachdem die Forschung viel Negatives wie Juden- und Türken-Hass hervorgeholt hatte. Luthers Dresdner Bronzeabbild war lange nur Zierde eines Verkehrsplatzes und weitgehend unbeachtet. Nach der Bombennacht vom 13. Februar 1945 dann stürzten ihn gar Trümmer der einstürzenden Frauenkirche vom Sockel.

Erst 1955 kam er wieder auf seinen Marmorsockel. Unter ihm demonstrierten in den 1980er Jahren die Bürger gegen die SED-Machthaber. Später war Luther stiller Zeuge des friedlichen Umbruchs. In den Jahren danach zogen Rechtsextremisten an ihm vorbei – und nun sammeln sich wieder Fremdenfeinde in seinem Schatten. Luther steht bei Kundgebungen der Pegida-Bewegung, aber auch Demonstrationen für Weltoffenheit und Toleranz mittendrin.

OZ

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