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Drittes Rostock Album: Wieder auf Bestsellerkurs

Rostock Drittes Rostock Album: Wieder auf Bestsellerkurs

Im Herbst erscheint die nächste Auflage des Bestsellers / Jetzt werden neue Motive gesucht

Rostock. Nach den Erfolgen der Vorgänger wollen die Herausgeber des Rostock Albums einen draufsetzen. Noch in diesem Jahr geht das Projekt von OSTSEE-ZEITUNG und Hinstorff Verlag in die dritte Runde. Dieses Mal sollen Ereignisse und Geschichten der Fotografen und der Facebook-Community im Fokus stehen.

Mehr als 5600 Bilder wurden seit dem Start der Projekts im Januar 2014 auf der Rostock-Album-Seite hochgeladen. „Wir haben für die ersten zwei Ausgaben rund 500 davon genutzt“, sagt Herausgeber und OZ-Mitarbeiter Thorsten Czarkowski. Viel Potenzial für einen dritten Band. Schon die bisherigen Ausgaben waren ein voller Erfolg. Das zweite Rostock Album war im September 2016 mit einer Auflage von 4000 Stück erschienen. „Vor Weihnachten mussten wir es nachdrucken lassen“, erzählt Eva Maria Buchholz, die Leiterin des Hinstorff-Verlags. Beim ersten Band habe man 2014 sogar schon nach fünf Wochen die zweite Auflage drucken müssen. „Es ist wirklich einer unserer Bestseller.“

Ein maßgeblicher Grund für diesen Erfolg sehen die Macher in der aktiven Beteiligung der Netzgemeinde. „Es ist erstaunlich, wie treu die Fans sind“, sagt die Verlagsleiterin. Mehr als 13 000 Menschen folgen dem Rostock Album auf Facebook. Einige seien seit dem ersten Tag dabei. „Pro Bild erreichen wir durchschnittlich rund 3000 bis 8000 Menschen“, erklärt Czarkowski. Viele würden auf Fotos reagieren, ihre Geschichten teilen und selbst Motive einsenden. „Man merkt, wie stark die Leute beteiligt sind und dass sie sich gern erinnern“, sagt Eva Maria Buchholz. In den drei Jahren seit dem Start des Projekts habe es viele rührende Momente gegeben. Beeindruckend sei nach Ansicht von Thorsten Czarkowski jedoch vor allem, dass das Klima auf der Seite sehr angenehm geblieben ist. „Wir hatten vielleicht zwei bis drei Nutzer, die gestänkert haben. Aber die Community behandelt sich gegenseitig mit Respekt und Höflichkeit. Das ist weiß Gott nicht üblich auf Facebook“, erzählt der Journalist.

„Beim neuen Buch wollen wir das zeigen, was bisher zu kurz kam, weil uns Erinnerungen oder Motive fehlten.“ Relativ wenig habe man aus den Stadtteilen Gehlsdorf, Markgrafenheide, Brinckmansdorf, Dierkow, Toitenwinkel und der Kröpeliner-Tor-Vorstadt gesammelt. Auch Motive vom Strandleben, Inneneinrichtungen, Nachtleben, Ausflüge in die Umgebung und ältere Fotos vom Weihnachtsmarkt und Pfingstmarkt werden noch gesucht. „Wir wollen das nächste Rostock Album nach Themen wie ,Kindheit in der Stadt’ oder ,zu Gast in der Stadt’ strukturieren“, sagt Czarkowski. Hier hofft er auch auf Fotos von Touristen. „Wir haben Farbbilder aus den 80er Jahren auf unserer Facebookseite, die Urlauber aus Dänemark fotografiert hatten.“ Momentan arbeite er mit Lektor Thomas Gallien vom Hinstorff Verlag daran, diese Fotos für das dritte Rostock Album zu gewinnen. „Wir müssen herausfinden, wer die Rechte daran hat. Der Fotograf oder der Rechteinhaber muss sein Einverständnis für eine Veröffentlichung geben.“

Stärker noch als bisher wollen die Herausgeber auf Vorher-Nachher-Vergleiche setzen. „Interessant ist ja im Grunde nicht nur das Foto, sondern die Veränderung in Rostock“, sagt Czarkowski. Beim zweiten Album habe man chronologisch gearbeitet, da seien diese Vergleiche zu kurz gekommen. „Mit der neuen Struktur schaffen wir uns also ein Stück Freiheit.“

Das Erfolgs-Konzept des Rostock Albums hat der Hinstorff Verlag mittlerweile auch auf andere Städte übertragen. „2015 kam das Stralsund-Album heraus und in diesem Jahr wird es auch schon das zweite Leipzig Album geben“, sagt Eva Maria Buchholz. Sie schätzt, dass es gerade für Städte im Osten ein spannendes Projekt sei. „Hier hat sich durch die Wende einfach mehr verändert.“ Sie ist sich sicher, dass die Rostocker sehr an ihrer Stadt hängen – auch, wenn sie nicht mehr hier leben. „Es ist schon erstaunlich, einige schreiben uns auch regelmäßig aus Schottland, Südschweden, Dänemark, Holland oder sogar Ägypten“, zählt Czarkowski auf. Die große Klammer, die die Arbeit miteinander und die Fangemeinde auf Facebook zusammenhalte, sei die Heimat. „Gerade in MV ist das den Menschen ganz wichtig“, erzählt die Verlagsleiterin.

Ob es einen vierten Band geben wird, wisse man momentan noch nicht. „Wir bereiten jedes Buch vor, als wäre es das einzige. Aber man sollte niemals ’nie’ sagen“, betont Eva Maria Buchholz. Momentan stecken die Herausgeber mitten in den Vorbereitungen für das dritte Rostock Album. „Wir suchen zwar noch Motive, aber wir haben genug Stoff, um uns schon in die Arbeit zu stürzen“, sagt Thorsten Czarkowski. Im Oktober soll das Buch voraussichtlich erscheinen.

Johanna Hegermann

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