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Kultur Düstere und faszinierende Bildwelt
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00:00 14.09.2016

Mit der Ausstellung „Entdeckungsfahrt ins Unbewusste“ in der Rostocker Galerie Amberg 13 gibt der Maler Dieter Joachim Jessel auch einen Einblick in die eigene Seele. Dabei geht es vor allem um seine Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges. Der 1932 in Schleswig-Holstein Geborene verbrachte die Jahre 1933 bis 1943 in Warnemünde und Rostock, danach ging es in die Kinderlandverschickung (KLV) ins Mecklenburgische. „Am 20. April 1945 wurde unser KLV-Heim aufgelöst“, erinnert sich der Künstler, „danach fuhr der letzte Zug von Rostock nach Schleswig-Holstein.“ Er hatte Glück und ergatterte einen Platz, doch die Erinnerungen an die damit verbundenen Fliegerangriffe sind immer noch da. Und noch mehr: „Wir haben als Pimpfe auch die Verwundetenzüge betreut, die von der Front kamen“, berichtet Jessel. Auch diese Bilder wird er nicht mehr los. Und als Rostock im April 1942 vier Nächte lang bombardiert wurde, sah Jessel in Warnemünde den Feuerschein.

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Mit der Ausstellung „Entdeckungsfahrt ins Unbewusste“ in der Rostocker Galerie Amberg 13 gibt der Maler Dieter Joachim Jessel auch einen Einblick in die eigene Seele.

Viele von diesen Erinnerungsbildern sind immer noch unaufgearbeitet, aber Jessel versucht mit den Werken, sein Unbewusstes wieder hervorzuholen. Das beginnt mit der Technik: „Ich behandele die Leinwand vor“, erklärt der Maler, „manchmal drücke ich einen Lappen auf die leere Leinwand und schaffe auf diese Weise zufällige Muster, nach denen ich dann malen muss.“ Jessel nennt das einen „evokativen“ Vorgang. „Ich weiß am Anfang nicht, was am Ende entsteht“, so ist die Entdeckungsfahrt im Ausstellungstitel erklärt. Dem Betrachter zeigt Jessel eine zwar düstere, aber auch faszinierende Bildwelt, die an die Werke von Otto Dix erinnert, der die Schrecken des Ersten Weltkriegs in Bilder fasste.

Zu sehen sind in Rostock 32 Werke aus den letzten 20 Jahren. Dieter Joachim Jessel ist glücklich, in Rostock ausstellen zu können, in jener Stadt, mit der ihn so viel verbindet. „Auch meinen 80.

Geburtstag habe ich hier verbracht.“ Seine Bilder malt er weiter in Schleswig- Holstein.

Thorsten Czarkowski

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