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Ein Abenteuer mit Apfelkuchen

Rostock Ein Abenteuer mit Apfelkuchen

Die Geschichte um Lieselotte Sommersprosse ist das erste Kinderbuch der Rostockerin Anna Jung

Rostock. Ein kleines, rothaariges Mädchen mit blauen Augen und Zahnlücke ist das jüngste Kind der Rostocker Bücherszene: „Lieselotte Sommersprosse und die Geburtstagsüberraschung“ heißt das neueste Kinderbuch aus der Hansestadt, das seit 1. November erhältlich ist.

Es ist das erste Werk von Autorin Anna Jung. Auf 24 Seiten erzählt die Rostocker Studentin, wie ihre Kinderbuchheldin auf eigene Faust einen Geburtstags-Apfelkuchen für ihren Vater backen möchte – Chaos vorprogrammiert. Die Küche von Oma Hanne wird zum Schlachtfeld und auf dem Apfelbaum im Garten begibt sich Lieselotte in ungeahnte Gefahren. „Sie hat keine bösen Absichten, ist voller Tatendrang und manchmal etwas zu übermütig“, beschreibt die Autorin Jung ihre Figur Lieselotte Sommersprosse.

Das Buch, das in einem farbenfrohen Landhausstil gestaltet ist, soll Kinder zwischen drei und sechs Jahren ansprechen. „Es geht darum, dass sie beobachten, entdecken und sich vielleicht selbst wiederfinden können.“ Die Geschichte wird dabei von den Bildern getragen. Sie zeigen Lieselotte Sommersprosse beim Backen mit Oma, bei der Geburtstagsfeier für ihren Papa oder mit ihrem Hund Seppel.

„Ich habe schon immer gern gemalt“, sagt die 25-Jährige, die eine Waldorfschule besucht hat und in einem Künstlerhaushalt aufgewachsen ist. Der Vater arbeitet als Töpfer in Glashagen und stellt regelmäßig Kunst in seinem Skulpturenpark aus. Neben ihrem Lehramtsstudium in Rostock greift auch Jung immer wieder zu Farbe, Pinseln und Stiften. Vor zwei Jahren hat sie begonnen. die Figur zu entwickeln – zunächst in Skizzen, dann in farbenfrohen Aquarellen. „Ich habe ständig Bilder weggeschmissen, bis ich zufrieden war“, erzählt die Künstlerin. Erst nachdem die Illustrationen fertig waren, entwickelte sie den Text. „Es war das erste Mal, dass ich eine Geschichte für ein Kinderbuch geschrieben habe.“ Mit ihrem Abenteuer um Lieselotte Sommersprosse möchte die Autorin zwar nicht belehren, eine pädagogische Seite habe das Buch aber dennoch. „Als Lehramtsstudentin habe ich immer im Hinterkopf, wie Kinder meine Geschichte interpretieren könnten.“ Kritisch war Jung auch bei der Wahl des Namens für das Mädchen im gepunkteten Kleid. „Erst wollte ich sie Lotta nennen“, sagt Jung. Diese erste Idee verwarf sie jedoch schnell, um Verwechslungen mit der gleichnamigen Figur von Astrid Lindgren zu vermeiden. „Dann habe ich mit einem Freund Eigenschaften gesucht, die meine Figur auszeichnen, und das sind ganz klar die vielen Sommersprossen.“ Den Namen Lieselotte Sommersprosse hat sich Jung nun schützen lassen.

Eine gewisse Ähnlichkeit zu den Geschichten von Astrid Lindgren gibt es dennoch. „Ich mag den schwedischen Baustil“, erklärt die Hobby-Illustratorin. Die ländliche Atmosphäre des Buches spiegelt sich auch in Jungs Vertriebsstrategie wider. Die Geschichte um Lieselotte Sommersprosse sei ein regionales Projekt, das auch regional bleiben dürfe. „Ich wollte es so herausbringen, wie es ist“, betont die Autorin. Deshalb habe sie sich gegen eine Kooperation mit großen Verlagen entschieden. „Ich habe das Gefühl, ich bin noch nicht bereit für die große Bücherwelt.“

Stattdessen hat sie potenzielle Partner in Rostock und Umgebung direkt angesprochen und so Unterstützer und Sponsoren, wie die Bäckerei Sparre gewonnen. In ausgewählten Filialen in Rostock und Bad Doberan wird passend zur Geschichte Apfelkuchen angeboten. „Das Rezept gibt es dann dazu“, erklärt Jung. Das Projekt ist damit größer geworden als gedacht. Ursprünglich wollte sie das Kinderbuch nur für Verwandte und Freunde schreiben. Nun kann sie statt geplanter 200 sogar 500 Exemplare drucken lassen. „Ich hatte nicht damit gerechnet, aber ich freue mich, dass sich so viele Leute dafür interessieren.“

Lisa Fritsche

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