Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Ein Leben auf den Barrikaden
Nachrichten Kultur Ein Leben auf den Barrikaden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 01.04.2016

Schon mit seinem Debüt sorgte Rolf Hochhuth für einen Skandal. Das Schauspiel „Der Stellvertreter“, in dem er der Kirche eine Mitschuld am Holocaust gibt, wurde zum Welterfolg. Bis heute begründet es den Ruf des Autors. Er gilt als einer der wichtigsten, aber auch umstrittensten deutschen Dramatiker der Nachkriegszeit. Heute wird der in Berlin lebende Hochhuth 85 — und hat nur wenig von seiner notorischen Kampfeslust verloren.

Der Dramatiker Rolf Hochhuth Quelle: Schmidt/dpa

Zum Geburtstag ist eine Biografie erschienen, in der die langjährige „Stern“-Autorin Birgit Lahann den Lebensweg des gebürtigen Hessen im Gespräch mit ihm dicht, unterhaltsam und keineswegs unkritisch nachzeichnet. „. . . das Bild vom Wüterich und Streithammel hat mit den Jahren für viele das Bild vom großen Aufklärer und politischen Störenfried überwuchert“, heißt es gleich zu Beginn treffend.

Anfangs, das ist die Zeit des „Stellvertreters“. Am 1. April 1931 als Sohn eines Schuhfabrikanten im hessischen Eschwege geboren und unter dem NS-Regime aufgewachsen, wird die dunkelste deutsche Vergangenheit sein bestimmendes Lebensthema. „Der Holocaust kann nie vergeben und vergessen werden“, sagt er.

Er ist 26, als er sein berühmtes „christliches Trauerspiel“ zu Papier bringt. Nach jahrelangen Widerständen wird es 1963 von Avantgarde-Regisseur Erwin Piscator an der Berliner Freien Volksbühne uraufgeführt — und löst einen Sturm der Entrüstung aus. In einer Zeit, in der die Deutschen ihre Geschichte am liebsten noch verdrängen und totschweigen, sind vor allem kirchlich-konservative Kreise empört. Inzwischen wurde das Drama in 25 Ländern gespielt.

Auch in späteren Stücken wie „Soldaten“, „Unbefleckte Empfängnis“ oder „McKinsey kommt“ bezog der Wutbürger immer wieder entschieden zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung. Typisch blieb für alle Dramen die umfangreiche Recherche, die ihn zu einem wichtigen Vertreter des dokumentarischen Theaters macht.

OZ

Mehr zum Thema

Niedrige Zinsen zwingen die Sparkasse Vorpommern zum Personalabbau. Geschäftsstellen werden geschlossen. Ein Gespräch mit dem neuen Vorstandsboss Ulrich Wolff über seinen Reformkurs.

29.03.2016

Niedrige Zinsen zwingen die Sparkasse Vorpommern zum Personalabbau. Geschäftsstellen werden geschlossen. Ein Gespräch mit dem neuen Vorstandsboss Ulrich Wolff über seinen Reformkurs.

29.03.2016

Niedrige Zinsen zwingen die Sparkasse Vorpommern zum Personalabbau. Das Kreditinstitut wird Geschäftsstellen schließen. Ein Gespräch mit dem neuen Vorstandsboss Ulrich Wolff über seinen Reformkurs.

29.03.2016

Mathias Brodkorb setzt Oberbürgermeister Stefan Fassbinder Frist bis zum 4. April — sonst gibt es keine maximal 350000 Euro für den vorpommerschen Musentempel

01.04.2016

Das Grass-Haus zeigt wiederentdeckte Kunstwerke aus den Studienjahren des Nobelpreisträgers.

01.04.2016

Greifswald Der Cantemus-Chor nimmt am Deutschen Chorfest in Stuttgart teil und sucht dafür noch begeisterungsfähige Sänger.

01.04.2016
Anzeige