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Ein Leben auf den Barrikaden

Berlin Ein Leben auf den Barrikaden

Der Dramatiker Rolf Hochhuth wird heute 85 Jahre alt

Berlin. Schon mit seinem Debüt sorgte Rolf Hochhuth für einen Skandal. Das Schauspiel „Der Stellvertreter“, in dem er der Kirche eine Mitschuld am Holocaust gibt, wurde zum Welterfolg. Bis heute begründet es den Ruf des Autors. Er gilt als einer der wichtigsten, aber auch umstrittensten deutschen Dramatiker der Nachkriegszeit. Heute wird der in Berlin lebende Hochhuth 85 — und hat nur wenig von seiner notorischen Kampfeslust verloren.

 

OZ-Bild

Der Dramatiker Rolf Hochhuth

Quelle: Schmidt/dpa

Zum Geburtstag ist eine Biografie erschienen, in der die langjährige „Stern“-Autorin Birgit Lahann den Lebensweg des gebürtigen Hessen im Gespräch mit ihm dicht, unterhaltsam und keineswegs unkritisch nachzeichnet. „. . . das Bild vom Wüterich und Streithammel hat mit den Jahren für viele das Bild vom großen Aufklärer und politischen Störenfried überwuchert“, heißt es gleich zu Beginn treffend.

Anfangs, das ist die Zeit des „Stellvertreters“. Am 1. April 1931 als Sohn eines Schuhfabrikanten im hessischen Eschwege geboren und unter dem NS-Regime aufgewachsen, wird die dunkelste deutsche Vergangenheit sein bestimmendes Lebensthema. „Der Holocaust kann nie vergeben und vergessen werden“, sagt er.

Er ist 26, als er sein berühmtes „christliches Trauerspiel“ zu Papier bringt. Nach jahrelangen Widerständen wird es 1963 von Avantgarde-Regisseur Erwin Piscator an der Berliner Freien Volksbühne uraufgeführt — und löst einen Sturm der Entrüstung aus. In einer Zeit, in der die Deutschen ihre Geschichte am liebsten noch verdrängen und totschweigen, sind vor allem kirchlich-konservative Kreise empört. Inzwischen wurde das Drama in 25 Ländern gespielt.

Auch in späteren Stücken wie „Soldaten“, „Unbefleckte Empfängnis“ oder „McKinsey kommt“ bezog der Wutbürger immer wieder entschieden zu gesellschaftspolitischen Themen Stellung. Typisch blieb für alle Dramen die umfangreiche Recherche, die ihn zu einem wichtigen Vertreter des dokumentarischen Theaters macht.

OZ

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