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Nachrichten Kultur Ein Mann ohne Grenzen - Dänischer Maler Kirkeby gestorben
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12:36 11.05.2018
Der dänische Künstler Per Kirkeby vor einem seiner Werke. Quelle: Federico Gambarini
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Kopenhagen

Sie nannten ihn Super-Per, den König der dänischen Malerkunst, gar ein grenzenloses Genie.

„Ich finde auch, dass ich ein richtig guter Maler bin“, sagte der dänische Multi-Künstler Per Kirkey einmal. Bescheidenheit war nicht gerade seine Stärke. Viel eher, dass er nicht einen einzigen Augenblick an der Kraft und Vielfalt seiner Kreativität zweifelte.

So schafften es Kirkebys Werke aus dem Atelier auf der idyllischen Kattegat-Insel Læsø bis in die Londoner Tate, das Museum of Modern Art in New York und das Centre Pompidou in Paris.

Kirkeby ist der vielleicht größte und am meisten respektierte Name der skandinavischen Gegenwartskunst. Am Mittwoch ist der bedeutendste dänische Maler im Alter von 79 Jahren gestorben. Er sei friedlich eingeschlafen, sagte seine Familie der Zeitung „Politiken“.

Der Däne begrenzte sich in seinem Wirken nie auf eine einzige Ausdrucksform. Er war nicht nur Maler, nicht nur Bildhauer, nicht nur Grafiker oder nur Dichter, sondern alles zugleich. Und zusätzlich auch noch Wissenschaftler und Forscher.

Der 1938 in Kopenhagen als Per Christensen geborene Däne studierte zunächst Geologie und begann 1962 ein Kunststudium an der Experimental Art School. Nach dem Studienabschluss 1966 begann er mit der Arbeit an Backsteinskulpturen, die trotz seiner wahrhaft umfangreichen Produktion als Maler, Bronzeskulpteur, Filmemacher, Lyriker und Prosaist immer ein „Markenzeichen“ geblieben sind. In den 60er Jahren arbeitete Kirkeby viel mit bekannten deutschen Künstlern wie Joseph Beuys und Jörg Immendorff zusammen und bekannte sich auch zu seiner Zugehörigkeit zur 68er-Linken.

Zu Beginn der 1970er Jahre wandte sich Kirkeby von der Pop Art der informellen Malerei der 1950er Jahre zu. Deutschland war lange Zeit Dreh- und Angelpunkt für Kirkebys Schaffen. Erst arbeitete er ab 1978 an der Kunstakademie Karlsruhe und danach von 1989 bis zum Jahr 2000 als Professor an der Städelschule in Frankfurt/Main. Nach einer Hirnblutung mit zeitweise schweren physischen, vor allem aber psychischen Problemen drosselte Kirkeby seine rastlosen Aktivitäten auf allen möglichen Feldern erheblich.

Zwar war er später wieder höchst produktiv als Maler und Bildhauer tätig, doch sein Körper machte nicht mehr alles mit wie zuvor. Expeditionen nach Grönland beispielsweise, wo sich der Geologe zuvor gern von der beeindruckenden Natur inspirieren ließ, waren nicht mehr möglich. Zuletzt musste er auch den Pinsel fallenlassen und schrieb stattdessen mehrere Kunstbücher unter anderem über Pablo Picasso und El Greco.

International ist Kirkeby neben seinen Backsteinfiguren am besten bekannt für abstrakte Malerei im Großformat. Seine Bilder könnten jenseits von herkömmlichen Kategorien wie abstrakt oder konzeptionell starke Sinneseindrücke auslösen, sagen Kenner.

Kirkeby verglich sich nicht mit anderen dänischen Künstlern, sondern wollte Weltklasse sein - und das am besten nicht nur auf einem Gebiet. In Deutschland sind von ihm unter anderem das Stuttgarter „Kirkeby-Monument“ (1987) und eine Kunstmauer vor dem Neubau der Deutschen Bibliothek in Frankfurt/Main (1996) zu sehen.

dpa

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