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17:00 09.10.2018
Der Kunsthistoriker Dr. Johannes Erichsen (r.) überreicht dem Leiter des Barther Vineta-Musuems, Dr. Gerd Albrecht, ein Ölgemälde des Stralsunder Malers Hermann Brüggemann.   Quelle: Anika Wenning
Barth

Das Vineta-Museum in Barth (Vorpommern-Rügen) ist um einen Schatz reicher. Am Dienstag schenkten die beiden Münchener Stephanie Kleidt und Dr. Johannes Erichsen der Stadt ein Ölgemälde, das den Barther Hafen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt.

„Wir freuen uns riesig darüber“, sagte Museumsleiter Dr. Gerd Albrecht. „Es ist die älteste Öldarstellung der Stadt, das nun in unserem Besitz ist. Das ist eine große Bereicherung für unser Museum.“

Stralsunder Künstler

Gemalt hat das Werk der Künstler Hermann Brüggemann, der 1822 in Stralsund geboren wurde und aufwuchs, 1840 an der dänischen Kunstakademie in Kopenhagen studierte, an der auch Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge waren, und danach in Berlin lebte.

„Mein Vater hat das Bild 1943 in Weimar erworben. Er wohnte bei einem Antiquitätenhändler und hat ihm das Bild abgekauft. Wie viel er dafür bezahlt hat, weiß ich nicht“, berichtet Dr. Johannes Erichsen, der Kunsthistoriker ist und Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung war.

Während sein Vater nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen ging, um dort seine juristische Ausbildung abzuschließen, blieb das Bild in seinem Elternhaus in Gera. „Es lag auf dem Dachboden in einer nicht beheizten Kammer. Also keine optimalen Bedingungen für so ein Werk“, sagt der 72-Jährige. „Dort waren auch Möbel meiner Großmutter und eine Bibliothek untergebracht.“ Nach der Wende habe ihn sein Vater gebeten, nach Gera zu fahren und alles Brauchbare aus dem Elternhaus zu holen. „Dort bin ich dann unter anderem auf das Bild gestoßen“, sagt der Münchener.

Restaurierung notwendig

Da das Ölgemälde unter den schlechten Lagerbedingungen gelitten habe, sei eine Restaurierung notwendig gewesen. So sei unter anderem an einer Stelle die Farbe bereits leicht abgeblättert. Da hätte man auch erkennen können, dass der Künstler den Himmel zunächst strahlend blau gemalt habe, er sich dann aber scheinbar entschieden habe, dass Nebel besser zu der Stimmung auf dem Bild passe. „Es ist eine romantische Darstellung des Barther Hafens“, sagt Dr. Gerd Albrecht.

Zeitlich lasse sich das Bild gut einordnen, da sowohl Segel- als auch Dampfschiffe abgebildet seien. „Es ist also genau die Übergangszeit, also Mitte des 19. Jahrhunderts“, sagt der Museumsleiter.

Vater war Zeitgenosse von Caspar David Friedrich

Hermann Brüggemann stammte aus einer Künstlerfamilie. Auch sein Vater Wilhelm war Maler. „Er hat Landschaften und Architekturdarstellungen gemalt“, so der Barther Museumsleiter. „Er war ein Zeitgenosse von Caspar David Friedrich und beide haben vor den gleichen Motiven gestanden. Viele seiner Bilder sind sehr ähnlich und man kann sie kaum unterscheiden.“ „Nur der eine ist ein Star, der andere nicht“, fügt Dr. Johannes Erichsen hinzu und lacht. Hermann Brüggemann habe sich neben der Landschaftsmalerei auch auf Porträts spezialisiert.

„Das Bild gehört nach Barth

Das Ölgemälde vom Barther Hafen stand bei den Münchenern immer in der Ecke. „Der Rahmen passte nicht zu unseren anderen Bildern. Deswegen haben wir es nie aufgehangen. Wir wollten den Rahmen auch nicht auswechseln, weil er zu dem Bild dazugehört. Wir haben uns dann immer wieder gefragt, was wir mit dem Bild machen sollen. Der ökonomische Wert ist zumindest im Westen Deutschlands nicht erheblich, da der Künstler dort nicht bekannt ist. Wenn es im Kunsthandel gelandet wäre, wäre es erst einmal wieder für mindestens eine Generation verschwunden“, erklärt der Kunsthistoriker. So sei die Idee entstanden, das Kunstwerk nach Barth zu geben. „Mein Mann hat immer gesagt, dass das Bild eigentlich nach Barth gehört“, erinnert sich Stephanie Kleidt. „Museen sind auf Schenkungen und Zuwendungen angewiesen.“

Anika Wenning

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