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„Ein Ort, der keine Fehler verzeiht“

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Fantasy-Starautor Markus Heitz spricht über seine neue Reihe um die Wüstenstadt Wédora und die Verbindung von Literatur und Spiel

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Neuer Roman: Fantasy-Autor Markus Heitz

Er hat mehr als 40 Romane geschrieben und ist einer der erfolgreichsten deutschen Fantasy- und Horrorautoren – der 45-jährige Markus Heitz. Als einziger deutscher Autor gewann er bereits zehnmal den Deutschen Phantastik Preis und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt. Im Interview spricht er über seinen neuen Roman „Wédora“ und die Verbindung von Rollenspiel, Computerspiel und Literatur.

Sie sind zum Verlag Droemer Knaur gewechselt und haben ein neues Romanprojekt begonnen. Was fasziniert Sie so an diesem Setting, der Wüstenstadt Wédora, in der es laut Untertitel nur Staub und Blut gibt?

Markus Heitz: Ich kann Hitze nicht ausstehen. Wüste ist für mich Stille, Sand, Felsen. Es ist ein Ort, der keine Fehler verzeiht. Im Wald findet man immer was zu Essen, selbst auf dem Meer kann man es einige Tage aushalten. Aber die Wüste kann dich ohne Aufwand innerhalb von 24 Stunden umbringen. Es gibt wohl keinen tödlicheren Ort. Außer vielleicht das Eis. Aber das ist dann ja auch wieder eine Eiswüste.

Erzählen Sie mal von den Anfängen des Romans in Ihren Rollenspielzeiten.

Heitz: Das war vor 20 Jahren, da habe ich mich mit Freunden in allen möglichen Rollenspielwelten herumgetrieben. Dann wollten wir irgendwann eine eigene erschaffen. Wir haben angefangen, die Vorstadt und einen Götterhimmel für eine Wüstenstadt zu kreieren, dann ist das zunächst versandet. Doch mich hat dies nie losgelassen. Also habe ich die Jungs von damals angerufen, und die waren gleich Feuer und Flamme. Also machte ich mich ans Durchkonzipieren dieser Welt und habe die einzelnen Stadtteile entworfen. Ich nenne das Ideen-Archäologie.

Also lagen im Rollenspiel auch Ihre Anfänge als Autor?

Heitz: Ja, diese Erfahrung ist beim Bauen von Welten, die in sich schlüssig sind, sehr nützlich. In denen man sich bewegen kann, ohne zu stolpern. Man muss sich Gedanken machen wie: Welche Währung und welche Entfernungsmaße gibt es? Wie ist die Rechtsprechung? Und dann kann man Konflikte zwischen verschiedenen fiktiven Gesellschaften erfinden, zum Beispiel unterschiedliche Einstellungen gegenüber Leibeigenschaft.

Ihre Zwergensaga wird gerade in ein Computerspiel umgesetzt, der Roman ist vom Rollenspiel inspiriert. Sind Fantasyleser oft auch leidenschaftliche Spieler und andersrum?

Heitz: Es gibt auf jeden Fall eine Schnittmenge zwischen Fantasy-Lesern und -Zockern. Interessanterweise gibt es jetzt auch viele Bücher zu Computerspielen, „Assassin’s Creed“ zum Beispiel.

Die Spielindustrie sieht also offensichtlich ein Potenzial, Geschichten auch in Buchform zu vertreiben. Für mich als Autor waren die 18 Monate Entwicklungszeit für das Zwergespiel sehr spannend. Es wird dort auch neue Abenteuer geben. Ein neues Land, eine neue Erfahrung.

Sie schreiben auf Ihrer Website, Wédora werde der Auftakt zu einer neuen Reihe, wenn sich genug Fans fänden. Müssen Sie sich als Bestsellerautor darum immer noch sorgen?

Heitz: Sorgen direkt nicht. Aber es ist nie sicher, ob ein neues Projekt auch eine Fanbase findet. Es gibt schon Heitz-Fans, die sich zumindest alles anschauen. Aber manche sagen vielleicht auch: „Ganz nett, aber jetzt bitte den nächsten Zwergenband.“ Das ist wie bei einer Band, die sich mit einem Album neu erfinden will. Und dann sagen die Fans manchmal: „Mach lieber noch mal wie vorher.“ Deshalb ist es besonders toll, wenn man was Neues hinstellt, und es wird angenommen. Von Wédora wird es im nächsten Jahr einen neuen Band geben.

In welcher Ihrer Welten würden Sie am liebsten leben?

Heitz: Zumindest nicht in der Wüstenstadt! Ulldart wäre ganz cool, es ist schließlich meine erste Welt. Aber noch besser wäre es, in „Die Mächte des Feuers“ einzutauchen. Der Roman hat ein historisches Setting, das der zwanziger Jahre, aber uralte Drachen sind die Strippenzieher. Das würde ich mir gerne mal ansehen. Dann könnte ich mit einem Doppeldeckerbus fliegen.

Zur Person

Markus Heitz ist einer der erfolgreichsten deutschen Fantasy-, Horror- und Science-Fiction-Autoren. Als einziger deutscher Autor gewann er bereits zehnmal den Deutschen Phantastik Preis und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Heitz wurde 1971 in Homburg im Saarland geboren, hat Germanistik und Geschichte studiert und arbeitete danach als freier Journalist bei der Saarbrücker Zeitung. Der 45-Jährige ist freier Autor und lebt zurzeit in Homburg. Er ist Mitbesitzer eines Irish Pubs in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz. Insgesamt hat er mehr als 40 Romane geschrieben, besonders bekannt sind seine Reihen „Ulldart“ und „Die Zwerge“.

Sein neuer Roman Wédora handelt von dem gutmütigen Gauner Liothan und seiner Jugendfreundin und Ordnungshüterin Tomeija, die durch einen Zauber in eine weit entfernte Wüstenstadt gelangen, wo sich gerade ein Krieg zusammenbraut.

Markus Heitz: Wédora – Staub und Blut, Knaur; 608 Seiten, 16,99 Euro

Interview von Nina May

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