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Ein neues Kunstjuwel: „Copenhagen Contemporary“

Kopenhagen Ein neues Kunstjuwel: „Copenhagen Contemporary“

Installationen internationaler Künstler – wie Yoko Ono oder Carsten Nicolai – ziehen Besucher in Scharen an

Kopenhagen. . Der Eingang ist unscheinbar, abgesehen von zwei leuchtend-roten Buchstaben auf dem Dach. Er würde fast gar nicht auffallen, stünden nicht zahlreiche Bäumchen in wuchtigen Töpfen davor. An den Ästen von Magnolien und Kirschbäumen flattern Zettelchen im Wind, auf denen Kopenhagener und Touristen Wünsche hinterlassen haben. „Ein Pony“ steht auf einem, von krakeliger Kinderhand geschrieben. „Ich wünsche mir einen Job“ auf einem anderen. Der „Wish Tree Garden“ ist eine Installation der japanischen Künstlerin und Lennon-Witwe Yoko Ono.

Sie ist der äußere Blickfang, der Besucher ins Innere einer neuen Attraktion der Kopenhagener Kunstszene locken soll: der Ausstellungsfläche „Copenhagen Contemporary“. Im Sommer sind hier in vier 800 Quadratmeter großen Hallen Installationen internationaler Künstler eingezogen. Darunter war auch das minimalistische Werk „unidisplay“ des Chemnitzers Carsten Nicolai, das im Oktober mit einem Konzert des Musikers unter seinem Pseudonym „alva noto“ endete.

Gestern kam neues Leben in Halle 4. Der französische Gegenwartskünstler und Komponist Céleste Boursier-Mougenot verwandelte 650 Quadratmeter in eine Voliere, die bis März 88 Zebrafinken bevölkern werden. In ihrem Reich aus Sand und Strandhafer, durch das ein Pfad für Besucher führt, hat Boursier-Mougenot 17 E-Gitarren und Bässe auf Beckenständern aufgespießt. Indem die Finken mal auf den Saiten des einen, mal auf denen des anderen Instruments landen, erfüllen sie den Raum mit immer anderem Klang. „Jeder Moment ist einzigartig, du wirst nie dasselbe noch einmal erleben“, sagt der Künstler. Es ist die 21. Version seines Werks „from here to ear“, das er seit 1998 in Orten auf der Welt gezeigt hat.

Für das Team hinter „Copenhagen Contemporary“ ist die Größe des Ortes der Trumpf. „Wir fanden, dass Kopenhagen ein Ort fehlte, an dem man die großen Formate der Gegenwartskunst zeigen kann“, sagt Kuratorin Jannie Haagemann. Auf dem früheren Industriegelände ist Platz für Videoinstallationen, wie die von Ragnar Kjartansson, der bis Februar mit den „Scenes of the Western Culture“ – Alltagsszenen auf Leinwändern – in Kopenhagen gastiert. Julia Wäschenbach

OZ

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