Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 3 ° heiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
„Ein wirklich guter Film schafft es, zu polarisieren“

„Ein wirklich guter Film schafft es, zu polarisieren“

Schauspielerin Inka Friedrich sitzt beim 26. Filmkunstfest MV in der Jury

Schwerin Mehr als 130 Produktionen werden beim diesjährigen Filmkunstfest MV in Schwerin gezeigt, darunter neun Uraufführungen und 17 Deutschland-Premieren. In der Jury sitzt auch Schauspielerin Inka Friedrich (50), die ab November in der Jugendbuchverfilmung „Die Mitte der Welt“ von Andreas Steinhöfel zu sehen ist.

Ist das Ihre Premiere beim Filmkunstfest MV ?

Inka Friedrich: Ja, ich war schon in anderen Jurys aber beim Filmkunstfest MV bin ich zum ersten Mal.

Und in Schwerin?

Friedrich: Ich stand beim Umsteigen schon mal vorm Schloss, mehr erinnere ich nicht. In Mecklenburg-Vorpommern war ich bereits öfter im Urlaub, das ist sehr schön.

Wie kam es zur Zusammenarbeit?

Friedrich: Ich wurde auf der Berlinale angesprochen, ob ich Interesse hätte, im Mai nach Schwerin zu kommen. Dann musste man sich zeitlich zusammenfummeln, das hat nun aber gut gepasst.

Wie viele Filme gucken Sie sich insgesamt an?

Friedrich: Zehn in dieser Woche, das sind knapp 1000 Minuten.

Da haben Sie Einiges vor. Was macht denn einen guten Film aus?

Friedrich: Die Frage ist, werde ich gepackt von der Geschichte, interessieren mich die Figuren, sind es großartige Bilder? Ich muss spüren, dass das Augenmerk auf etwas Besonderem liegt. Das können die Dialoge, die Psyche einer Figur oder die Bildästhetik sein. Aber wir sind viele Leute in der Jury, viele Leute, die den gleichen und gleichzeitig einen ganz anderen Film sehen. Aber ein wirklich guter Film schafft es, zu polarisieren.

Ab November sind sie in der Romanverfilmung von Andreas Steinhöfel „Die Mitte der Welt“ des österreichischen Regisseurs Jakob Moritz Erwa zu sehen, der die Probleme des Erwachsenwerdens thematisiert. Welche Rolle spielen Sie?

Friedrich: Ich spiele die Vertraute des siebzehnjährigen Hauptdarstellers „Phil“, eine Art mütterliche Freundin.

Sie haben selbst zwei Söhne, sind die auch schon in diesem Alter ?

Friedrich: Nein, die sind elf und acht, also eher im Rico und Oskar-Alter — das ist eine andere Buchreihe von Andreas Steinhöfel.

Sie haben mal gesagt, erwachsen fühlen sie sich bis heute selbst nicht?

Friedrich: Ja, was da im Perso steht entspricht einfach nicht meinem inneren Empfinden.

Ihr Kinodebüt gaben Sie in Filmen von Andreas Dresen — auch ein regelmäßiger Gast bei den Filmfestspielen — der Sie in Willenbrock und Sommer vorm Balkon in Hauptrollen besetzte. Was schätzen Sie an der Zusammenarbeit ?

Friedrich: Er ist ein Mensch mit einer klaren Vision, aber es ist ihm wichtig, was man darüber denkt. Er ist ein feiner Beobachter, das schätze ich sehr. Man öffnet sich ihm gegenüber leicht, weil man spürt, dass er richtig sucht, das gefällt mir. Und er ist ein kluger und humaner Mensch mit einem guten Humor. Das ist das Allerwichtigste.

In „Sommer vorm Balkon“ spielen Sie eine alleinerziehende Mutter, die in die Alkoholabhängigkeit rutscht, bei „Halt auf freier Strecke“ geht es um einen unheilbar kranken Familienvater. Kennen Sie solche Schicksalsschläge aus dem eigenen Leben?

Friedrich: Ja. Krankheiten mit finalem Ausgang habe ich gottseidank bisher nicht erlebt. Aber die Moll-Seiten des Lebens kenne ich auch. Die kann man ein bisschen vergrößern und versuchen, in den Film miteinzubringen, wenn es gefordert ist.

Gibt es einen Film, der Ihnen besonders am Herzen liegt?

Friedrich: Einer ist sicher Sommer vorm Balkon. Anfang des Jahres habe ich einen Film mit dem Arbeitstitel „Schneeblind“gedreht, der 1946 auf einem Bauernhof im Schwarzwald spielt. Es ist ein Diplomfilm von Arto Sebastian, einem Studenten der Ludwigsburger Filmhochschule. Darauf bin ich schon sehr gespannt.

Zu Person und Festival

Schauspielerin Inka Friedrich wurde 1965 in Freiburg im Breisgau geboren. Von 1984 bis 1988 nahm sie Schauspielunterricht an der Hochschule der Künste Berlin. Nach ihrem Abschluss wurde sie am Theater Basel engagiert, feierte dort unter der Regie von Cesare Lievi als „Käthchen von Heilbronn“ ihren ersten großen Erfolg.

Das Magazin Theater heute wählte sie 1990 zur Nachwuchsschauspielerin des Jahres. Von 1991 bis 1998 hatte sie ihr zweites festes Engagement am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Seit 1998 ist sie als freie Schauspielerin tätig und spielte unter anderem am Schauspielhaus Zürich, am Wiener Burgtheater und unter der Regie von Andreas Dresen am Deutschen Theater in Berlin. Unter Dresens Regie gab sie auch ihr Kinodebüt in Willenbrock und Sommer vorm Balkon, wo sie Hauptrollen spielte.

Ab November ist sie in der Romanverfilmung von Andreas Steinhöfel „Die Mitte der Welt“ des österreichischen Regisseurs Jakob Moritz Erwa zu sehen. Die Schauspielerin lebt mit Ehemann, dem Schauspieler Frank Seppeler, und ihren zwei Söhnen in Berlin.

131 Filme aus 24 Ländern in vier Wettbewerben und sieben Nebenreihen werden beim Schweriner Filmkunstfest gezeigt.

Kernstück sind die vier deutschsprachigen Wettbewerbe für Spiel-, Dokumentar-, Jugend- und Kurzfilm. Mit 147 Veranstaltungen überbietet das 26. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern den Rekord vom Jubiläums-Vorjahr mit 140 Veranstaltungen.

Von Interview von Stefanie Büssing

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
OZ-Bild
mehr
Mehr aus Kultur
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Serie, Weltkrieg, erster Weltkrieg, zweiter Weltkrieg Teaser der den User auf die Sonderseiten zum Thema Weltkrieg führen soll image/svg+xml Image Teaser Weltkrieg 2015-09-23 de Serie Erinnerung an Weltkriege Alle Beiträge und Bildergalerien zum Thema sowie Infos zu Ausstellungen und Museen finden Sie auf unseren Sonderseiten. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier. > Erster Weltkrieg > Zweiter Weltkrieg 1914 bis 1918 1939 bis 1945
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.