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Kultur Eindringlicher Überlebenskampf
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00:02 11.04.2018
Der Schauspieler Ulrich Bähnk als Wolf Larsen steht im Stück „De Seewulf“ auf der Bühne des Ohnsorg Theaters. Quelle: Foto: Heimken/dpa
Hamburg

Hilflos und verzweifelt mit Armen und Beinen rudernd schwebt ein Mann hoch oben über der Bühne. Unter ihm peitscht das Meer, darüber wölbt sich ein Unwetterhimmel. All das erscheint in diesigem Grau-Blau. Und es heult der Sturm. Plötzlich schiebt sich ein schwarzes kastenartiges, an einen Sarg erinnernden Etwas in den Vordergrund. Der Bug des Robbenschoners „Ghost“, der den fast Ertrinkenden an Bord hievt. Dort steht ein bulliger Mann (Ulrich Bähnk) in fester Lederjacke und Strickmütze und flucht. „Du Saujack! Du Jammerlapp!“, schreit er den Schiffbrüchigen (Markus Frank) an. Es ist Kapitän Wolf Larsen, von seiner von ihm geschundenen Mannschaft bitter „Der Seewolf“ genannt.

Atmosphärisch stark beginnt eine Version des gleichnamigen tiefgründigen, mehrfach verfilmten Abenteuerromans von Jack London (1904) an Hamburgs Ohnsorg Theater – ein ungewöhnliches Projekt für die niederdeutsche Volksbühne. Denn längst finden dort nicht nur Schwänke und Komödien ihren Platz, sondern auch Werke der Weltliteratur.

Doch einen so eindringlich brutalen Überlebenskampf, zu dem auch das Erschlagen von Robben zählt, hat man dort wohl noch nie erlebt. Verantwortlich für die Fassung in Platt- und Hochdeutsch sowie für die Regie zeichnet der langjährige Oberspielleiter Frank Grupe. Das Publikum der Premiere am Sonntagabend zeigte sich angetan vom packenden, inhaltlich etwas verkürzten Geschehen.

Großartige schauspielerische Leistungen prägen den gut zweistündigen Abend. Heftig beeindruckt aber auch das Bühnenbild Siegfried E. Mayers (ebenfalls für die Kostüme verantwortlich). Es gelingt Mayer, mit dem Schiffsbord eine angemessen karge und enge, feindselig wirkende Bühne auf der Bühne zu schaffen. Und das umgebende Meer samt Himmel so unterschiedlich auszuleuchten, dass es wechselnde Stimmungen der Menschen spiegelt. Für den Fluss der Handlung sorgt auch Peter Kaempfe als norddeutsch raubeiniger Erzähler. Kaempfe verkörpert zudem den Matrosen Louis – und sorgt für den Sound aus Shantys, wilden Rock- und sanfteren Gitarrenklängen.

Ulrike Cordes

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