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Eine Residenz erobert die Stadt

Berlin Eine Residenz erobert die Stadt

Ausstellung über die Schlossgeschichte Berlins

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Ein Modell von Berlin und Cölln um 1720 mit dem Stadtschloss in der Mitte – zu sehen in der Ausstellung „Schloss.Stadt.Berlin“ FOTO: WOLFGANG KUMM/DPA

Berlin. . Wo liegt die historische Mitte Berlins? Jedenfalls nicht dort, wo das Schloss steht. Das beweist ein Modell aus Lindenholz mit einer Ansicht von der Doppelstadt Berlin-Cölln um 1690: Dicht bebaute Altstadtviertel, geteilt durch die Spree, umgeben von einem Ring aus Festungswällen, Bastionen und breiten Wassergräben. Der Schlossbezirk am nordwestlichen Rand von Cölln wirkt wie ein Anhängsel der mittelalterlichen Stadt, nicht wie ihr Herzstück. Hier wird deutlich: Zuerst war die Stadt, dann kam das Schloss. Mit einer neuen, ab Freitag zu sehenden Sonderausstellung im Ephraim-Palais zeichnet die Stiftung Stadtmuseum die städtebauliche Entwicklung Berlins zwischen 1650 und 1800 nach. Unter dem Motto „Schloss.Stadt.Berlin“ zeigt sie Modelle, historische Pläne und Ansichten, wie das Berliner Schloss allmählich vom Rand in die Mitte rückte. Über 300 Exponate auf zwei Ausstellungsetagen machen deutlich, wie der Schlossbau allmählich die Entwicklung Berlins bestimmte, Wirtschaft und Gesellschaft prägte und auch als Zentrum der Macht im Stadtkörper sichtbar wurde. Peter Schwirkmann, Abteilungsleiter der Stiftung Stadtmuseum und Kurator der Schau, präzisiert: „Am Anfang war die Stadt, dann kam das Schloss und beide zusammen nahmen einen großen Aufschwung.“ Auf die Bewohner Alt-Berlins verweisen gleich zu Beginn archäologische Objekte wie Tonpfeifen, eine Wasserflasche und Katzenschädel – Fundstücke von Grabungen im Festungsbereich am Köllnischen Park. Erst nach dem Dreißigjährigen Krieg begann der Ausbau der Landesherrschaft nach Westen, zunächst unter dem Großen Kurfürsten, später unter den preußischen Königen. Das schnelle Wachstum durch neue Stadtteile und die rasanten Veränderungen Berlins im ausgehenden 17. Jahrhundert vermitteln Skizzen des Kupferstechers Johann Stridbeck, die zu den frühesten Stadtansichten zählen. Im Mittelpunkt der Schau steht der Ausbau Berlins zur barocken Königsresidenz. Mit einem Prunkbau nach französischem Vorbild wollte Friedrich I. seinem Machtanspruch Ausdruck verleihen und ließ das Schloss ab 1699 durch Andreas Schlüter umgestalten. Davon zeugen Pläne, Gemälde und Zeichnungen sowie originale Fragmente des Schlosses. Etwa 100 Objekte waren nach der Sprengung 1950 in die Obhut des Märkischen Museums gekommen. Sigrid Hoff

OZ

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