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Kultur Einmal Teil einer großen Oper sein
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00:00 13.08.2018
Angelina Schünemann (72, l.) und Ursula Lonkowski (57) fühlen sich wohl, nachdem sie für ihren Auftritt in der Oper „Nabucco“ eingekleidet wurden. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz
Boltenhagen

Eine der größten Opern der Musikgeschichte und zugleich ein wunderbares Open-Air-Spektakel an der Ostsee: Das haben Angelina Schünemann und Ursula Lonkowski am Freitagabend nicht nur erlebt. Sie wirkten mit bei einer Aufführung der Oper „Nabucco“ an der Weißen Wiek. Es war die erste Aufführung der bekanntesten Oper von Guiseppe Verdi im Ostseebad Boltenhagen. Angelina Schünemann und Ursula Lonkowski waren als Statistinnen dabei. Sie hatten Glück, als die OZ vier Ehrenkarten verloste. Jede Gewinnerin durfte einen Zuschauer mitbringen.

Gewinnerinnen von Ehrenkarten der OZ spielen bei „Nabucco“ an der Weißen Wiek mit

Bei Angelina Schünemann ist das mit dem Glück ein bisschen komplizierter. Es machte einen kleinen Umweg, um die 72-Jährige in Lübeck zu erreichen. Ihre Schwiegertochter Kerstin Schünemann beteiligte sich an der Verlosung. Die Einwohnerin von Neu Degtow erzählt: „Wir hatten Karten für Nabucco schon vorher.“ Doch sie dachte: „Machst du bei der Verlosung mal mit, vielleicht hast du Glück.“ Das hatte sie. So kam es, dass Familie Schünemann am Freitagabend zu fünft „Nabucco“ erlebte: Kerstin Schünemann, die Schwiegermutter, die Schwägerin mit Partner und eine Enkelin. Es war ein besonderer Genuss für Angelina Schünemann, die in Grevesmühlen aufgewachsen ist und viele Jahre dort wohnte. Die 72-Jährige sagt: „Ich liebe die Oper.“

Sehr über zwei Eintrittskarten für das Gastspiel der Festspieloper Prag freute sich auch Ursula Lonkowski. Während die 57-Jährige aus Schildberg am Freitagabend auf den Brettern stand, die die Welt bedeuten, saß ihr Mann Jörg Lonkowski im Publikum. Ihm gefiel die Aufführung. Besonders aufregend fand er natürlich, dass seine Frau mitspielte.

Für Ursula Lonkowski war es der erste Bühnenauftritt. Auch die 57-Jährige dachte vor der Verlosung: „Machst du einfach mal mit.“ Aufgeregt war sie zunächst nicht. Sie sah dem Auftritt gelassen entgegen und meinte: „Es ist interessant zu sehen, wie es hinter den Kulissen aussieht.“ Doch als sie vor dem Eingang zur Oper stand, kam das Lampenfieber. Ursula Lonkowski und ihre Statistenkollegin wurden gebeten: „Beim ersten Gong nach der Pause finden Sie sich bitte vor dem Orchesterzelt ein.“ Dort standen die beiden dann auch. Ein Mitarbeiter des Veranstalters führte sie hinter die Bühne.

Dort wurden die beiden eingekleidet. Ihre Aufgabe: Vor einem großen Publikum Teil des Gefangenchors sein, für den die Oper „Nabucco“ berühmt ist. Wenige Minuten später standen Angelina Schünemann und Ursula Lonkowski neben Sängern der Festspieloper Prag im Rampenlicht. Für die Gewinnerinnen der Ehrenkarten war der Auftritt bei „Nabucco“ an der Weißen Wiek ein unvergessliches Erlebnis. Angelina Schünemann sagt: „Es ist interessant, sich unter eine Gruppe mischen zu können, die Bühnenerfahrung hat.“

Wendepunkt

Giuseppe Verdi befand sich vor dem Schreiben seiner Oper „Nabucco“ auf einem beruflichen und privaten Tiefpunkt. Innerhalb weniger Jahre waren seine beiden Töchter und seine Frau gestorben. Das Textbuch für „Nabucco“ brachte ihm die Leidenschaft fürs Komponieren zurück. Die Oper wurde zum ersten

großen Erfolg des noch jungen Verdi. 1842 an der Mailänder Scala

uraufgeführt, war „Nabucco“ so erfolgreich, dass die Oper in der

darauffolgenden Spielzeit 57-mal wiederholt wurde. Verdi war zu

dieser Zeit 28 Jahre alt.

Jürgen Lenz

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