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Energiegeladen, stürmisch, appellativ

Greifswald Energiegeladen, stürmisch, appellativ

Honegger, Sandström und Beethoven in Vorpommern – mit Michel Tilkin am Pult

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Ekkehard Ochs über das 5. Philharmonische Konzert in Greifswald

Greifswald. Dass Schwerlastlokomotiven oder bullige Motorbikes durch unsere feinen Konzertsäle donnern könnten, gehört zu den eher abwegigen Vorstellungen. Es sei denn, man sitzt in einem Konzert und erlebt genau dieses; wenn das Programm nämlich Arthur Honeggers „Pacific 231“ – das ist ein Lokomotivtyp – oder Jan Sandströms Posaunenkonzert „A Motorbike Odyssey“

präsentiert.

So geschehen vorgestern im Greifswalder Theater, wo das fabelhaft agierende Philharmonische Orchester Vorpommern unter dem belgischen Gastdirigenten Michel Tilkin ein von musikalisierter verkehrstechnischer Vehemenz sichtlich hingerissenes Publikum in die laue Frühsommernacht entließ. Fast schien es, als sei das Programm auf Tilkin zugeschnitten. Zunächst einmal als für gewaltiges Feuer und stringenten Geschwindigkeitsfuror sorgender (An)Heizer auf einer 130-Tonnen-Lok – Honegger hatte allerdings eher an eine abstrakte Idee rhythmischer Beschleunigung gedacht. Und dann noch als ein rasant die Everglades Floridas, Provenzalische Berge und Australiens Outback durchfahrender Motorradfan. So machte er das Sandström-Konzert – weltweit erfolgreichstes schwedisches Musikwerk – zu einer klanggewaltigen, selbst erweiterte Hörgewohnheiten strapazierenden Demonstration sehr unorthodoxen zeitgenössischen Komponierens. Wesentlich getragen wurde das Werk von einem höchst ambitionierten Posaunenpart, aber auch unverstellter Lust an querständigem, skurrilen Ausdruck. Das war so überfallartig wie hinreißend musiziert – und phänomenal geblasen, geheult, tremoliert und „gesungen“ – jawohl – vom jungen Frederic Belli, seines Zeichens Solo-Posaunist des SWR-Sinfonieorchesters.

In diesen gewaltigen Strom von Kraft, Energie und leidenschaftlichem Ego passte dann sogar noch Ludwig van Beethovens 7. Sinfonie in A-Dur op. 92. Kein Wunder, dass Tilkin auch hier alle Reserven des Orchesters mobilisierte, mit großer Wachheit, aber auch darauf achtend, dass der gebändigt appellative Charakter des patriotisch-antinapoleonischen Zeitgeistes dominierte und das Werk unter seinem Dirigat nicht zum bloßen „Kracher“ verkam.

OZ

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