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Kultur Erfinder der „Stülpner-Legende“: C.U. Wiesner 83-jährig gestorben
Nachrichten Kultur Erfinder der „Stülpner-Legende“: C.U. Wiesner 83-jährig gestorben
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00:00 05.11.2016

Bekannt wurde er besonders durch seine Kolumne im „Eulenspiegel“. C.U. Wiesner hatte eine Figur erfunden, die auch dieser Rubrik den Namen gab: Frisör Kleinekorte.

Das waren launige Monologe über das Leben und ihre Tücken, aus der Sicht eines Dienstleisters, der das wirkliche Leben kennt. Was Frisöre manchmal eben so reden.

Erschaffen hatte diese Figur der Autor Claus Ulrich Wiesner, geboren 1933 in Brandenburg/Havel. Jetzt ist C.U. Wiesner, wie sich der Autor immer nannte, im Alter von 83 Jahren verstorben. Die Todesnachricht brauchte lange, bis sie an die Öffentlichkeit gelangte. Die Polizei vermutet, dass Wiesner bereits am 24. Oktober starb. Er lebte zuletzt sehr zurückgezogen im brandenburgischen Klosterfelde, nach dem Tod seiner Frau 2014 war der Autor zunehmend einsam.

Der Frisör Kleinekorte war nur ein kleiner Teil im Schaffen von C.U. Wiesner. Bekannt sind dem (DDR-)Fernsehpublikum auch die Filme und Serien, für die C.U. Wiesner die Drehbücher verfasst hatte: Das war zum Beispiel die TV-Serie „Stülpner-Legende“ (1973), in der Manfred Krug die Hauptrolle spielte: den „Stülpner-Karl“, einen Rebellen aus dem Erzgebirge, der im 19. Jahrhundert die Gegend unsicher machte. Die Stülpner-Rolle machte auch Manfred Krug sehr populär.

Noch bekannter waren die TV-Produktionen, für die C.U. Wiesner die Geschichten verfasst hatte: „Spuk unterm Riesenrad“, „Spuk im Hochhaus“ und „Spuk von draußen“. Besonders bei Kindern waren diese drei TV-Reihen, die in den Achtzigern im DDR-Fernsehen ausgestrahlt wurden, sehr beliebt.

Bekannte Mimen wie Heinz Rennhack, Wolfgang Greese und Käthe Reichel hatten bei diesen Serien mitgewirkt.

Nach dem Abitur hatte Wiesner in Berlin Germanistik und Filmszenaristik studiert. Er machte sich dann als freier Schriftsteller selbstständig, verfasste Kritiken, Kolumnen und Drehbücher. Seine Bücher erscheinen bis heute im Eulenspiegel-Verlag.

Von diesem Nachruhm konnte Wiesner lange zehren: Es gab seit 2015 Aufführungen seiner „Spuk“-Geschichten im Berliner Spreepark Plänterwald, zu denen der Autor auch gekommen war.

Thorsten Czarkowski

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