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Erfolg mit expressiver Moderne

Greifswald Erfolg mit expressiver Moderne

Peter Manfred Wolfs „Hiob“ in Greifswald uraufgeführt.

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Ekkehard Ochs über ein philharmonisches Konzert in Greifswald

Greifswald. Prometheus hier, Hiob dort: Der antike, aufsässig menschelnde Zeus-und damit Götterkritiker auf der einen, der alttestamentarische, allen satanischen Plagen widerstehende Gottesgläubige auf der anderen Seite. So weit der Inhalt eines Philharmonischen Konzertprogramms, das vorgestern in Greifswald diese Polarisierung in visionärem Friedensgesang enden ließ. Der Weg also von Beethovens Ballettmusik „Die Geschöpfe des Prometheus“ über die Uraufführung von Peter Manfred Wolfs „Hiob — Material für Orchester“ zu Beethovens Violinkonzert. Ein Einstieg wahrlich prometheisch heroischen Charakters, mit dem klassisch ausgleichenden Idealangebot des Konzerts als Ausklang. Für beides hatten GMD Golo Berg und die Vorpommersche Philharmonie das rechte Konzept. Man setzte durchaus auf Feinheiten, insgesamt aber auf energisch zielgerichtetes Musizieren mit dem vielzitierten „Impuls zur Aktion“ (Knepler). Und man verpflichtete sich mit komprimierter Klangintensität und Sanglichkeit der symbiotischen Partnerschaft mit einem Solopart. Linus Roth hatte hier das Sagen: schlank im nicht sehr großen Ton, pointiert und mit edler Kantabilität. Wir erlebten eine Philharmonie, die sich sichtlich von dieser Musik anstecken ließ — und von der der Uraufführung. Wolf, Professor für Musiktheorie, Tonsatz und Komposition an Rostocks Hochschule für Musik und Theater (HMT), nutzt den Hiob der Bibel und des Josef Rothschen Romans als gedanklichen Hintergrund für modern ambitionierte „Klangaktionen“ sehr unterschiedlichen Ausdrucks. Die Palette seiner diffizilen, oft flächigen Orchestersprache kennt Extreme ebenso wie die vielfach gebrochene Annäherung an Vertrautes. Deutlich zu spüren sind Gesten des Elegischen, Tragischen und Meditativen, der Gewalt, der Unruhe und des Widerstandes. Und: Wolf kann den Hörer fesseln. Seine Musik besitzt Spannung, Expressivität, eigene „Farbe“ und durchaus Zwingendes. Starker Beifall zeigte, dass dank starker Orchesterleistung Wolfs Botschaften angekommen waren.

 



OZ

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