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Kultur Erich währt am längsten
Nachrichten Kultur Erich währt am längsten
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17:13 17.10.2017
Die Honeckers in einer Slapstick-Komödie - Jörg Schüttauf als Mime Otto Wolf alias Erich Honecker neben Hedi Kriegeskotte (als Margot Honecker). Quelle: dpa
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Rostock

Zur Kinovorstellung der Politkomödie „Vorwärts immer!“ füllten am Sonntag Abend neugierige Kinobesucher und OZ-Leser die samtroten Kinoreihen des Capitols. Auch zahlreiche Fans und Autogrammjäger waren angereist, um Schauspieler Jörg Schüttauf und seiner Kollegin Josefine Preuß einmal im richtigen Leben zu begegnen.

Und wo sonst immer Werbung läuft, stand an diesem Sonntagabend OZ-Chefredakteur Andreas Ebel auf der Bühne, um für die anschließende Podiumsdiskussion mit Schauspielern und Produzent Philipp Weinges einzuladen.

Schüttauf brilliert in Doppelrolle

„Wir freuen uns sehr, in Rostock die bisher stärkste Besucherzahl erreicht zu haben“, sagt Andreas Ebel. Dabei lockt die Verwechslungskomödie besonders auch junge Zuschauer vor die Leinwand. Der Film wirft einen humorvollen Blick auf die DDR- und Wendezeit und lässt Jörg Schüttauf in der Doppelrolle als „echten“ und „falschen“ Erich Honecker brillieren. Er verkörpert den berühmten DDR-Schauspieler und Honecker-Imitator Otto Wolf, der mitten in der Theaterprobe steckte, als er erfährt, dass seine schwangere Tochter Anne (Josefine Preuß) auf dem Weg zur Montagsdemonstration nach Leipzig ist. Dort sollen am 9. Oktober 1989 aber Panzer eingesetzt werden.

Als Honecker verkleidet schmuggelt sich Wolf ins Zentralkomitee und will den Schießbefehl zurücknehmen, um seine Tochter zu schützen. Als er aber in Wandlitz nicht nur auf Margot Honecker, sondern auch auf den echten Erich trifft, beginnt die Doppelrolle. „Das hat großen Spaß gemacht“, sagt Schüttauf und lächelt.

Das Publikum dankte dem Film-Team mit vielen Lachern, verständnisvollem Nicken, Zuspruch und tosendem Applaus, als die Schauspieler nach dem Abspann plötzlich nicht mehr auf, sondern vor der Leinwand zu sehen waren.

"Wir wollen niemandem auf die Füße treten", Josefine Preuß

Im Gespräch mit Andreas Ebel erklärte Schüttauf: „Ich habe mir zur Vorbereitung viele Videos auf Youtube angeschaut, geübt und erarbeitet, was ihn ausmachte, den echten Honecker.“ Um diese Idee auf die Leinwand zu bringen, haben Produzent Philipp Weinges und sein Team lange gearbeitet: 13 Jahre kämpften die Filmemacher, bis sie ihr Projekt realisieren konnten. „Das lag auch daran, dass man nicht nur lustig darüber hinweggehen kann, dass viele Menschen darunter gelitten haben“, so Weinges. „Wir wollen niemandem auf die Füße treten, aber es ist auch an der Zeit, darüber zu lachen“, betont Josefine Preuß. „Über den Mut der Menschen, die am 9. Oktober beteiligt waren, bin ich dankbar. Dankbar, ein Einheitskind zu sein.“

Details beeindrucken OZ-Leser

Nachdem die letzten Lach-Tränen getrocknet waren, hatten die Filmstars noch genug Zeit für ihre Fans und blieben für Fotos, Smalltalk und Autogramme im Foyer des Kinos. „’Vorwärts immer’ ist ein lustiger und sehr gelungener Film. Beim Zuschauen fühlte ich mich an früher erinnert und ich habe mich in vielen Szenen wiedergefunden“, erzählt Martin Zorn, der mit seinem Zwillingsbruder Stephan aus Greifswald angereist ist. Wie die Brüder haben auch Jana Bollmeyer und Evelin Holtz Karten bei der OSTSEE-ZEITUNG gewonnen. „Die Details waren beeindruckend. Das alte DDR-Mobiliar, die gezeigte Kosmetik und Kleidung haben mich an meine Kindheit erinnert“, sagt Bollmeyer. Vanessa Ernst hat ihre Kindheit nicht in der DDR verbracht. „Ich habe aber trotzdem einen Bezug, höre viel von meiner Familie über diese Zeit und lerne in DDR-Seminaren an der Uni dazu“, sagt die 20-Jährige.

Letzte Szene zeigt Angela Merkel

Schüttauf und sein Team sind die letzten im Kino und auch nach mehrstündiger Anreise ist die Stimmung ausgelassen. „So einen lustigen und stimmigen Film werde ich wohl so schnell nicht wieder machen“, sagt Schüttauf. Aber vielleicht hat er ja doch schon seine nächste parodistische Traumrolle gefunden? Die letzte Szene zeigt nicht Erich, sondern Angela Merkel. „Man merkt es, hier in Rostock und Leipzig wird noch heftiger gelacht als woanders“, so Produzent Weinges.

Lea-Marie Kenzler

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