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Erinnerungen an den Krieg

München Erinnerungen an den Krieg

Kriegsfotografen. Das sind harte Hunde. Sie kennen das Leid. Und ihre Aufgabe ist, der Welt zu zeigen, wie sie ist. Ihr Problem: Die Härte der anderen führt oft auch zur eigenen Verhärtung.

München. Kriegsfotografen. Das sind harte Hunde. Sie kennen das Leid. Und ihre Aufgabe ist, der Welt zu zeigen, wie sie ist. Ihr Problem: Die Härte der anderen führt oft auch zur eigenen Verhärtung. Im Sozialen sind sie schwach. Kriegsreporter: Sie rauchen, sie trinken, ihre Ehen zerbrechen, Kinder haben sie keine.

Soweit die Klischees. Die Schriftstellerin Sabine Gruber (53) aus Wien hat einen Roman darauf gezwirbelt: „Daldossi oder das Leben des Augenblicks“. Ihr Roman erzählt vom Kriegsfotografen Bruno Daldossi. Seine Freundin hat ihn verlassen. Nun reist er ihr nach. Aber er kann sie nicht zurückgewinnen. Er folgt einer befreundeten Journalistin nach Lampedusa, die dort eine Reportage über Flüchtlinge schreiben soll. Da überwölbt fremdes Leid wieder sein eigenes. Wichtiger als die Handlung sind Daldossis Erinnerungen an Einsätze in Kampf- und Krisengebieten. Sie kommen unvermittelt, wie Flashbacks von jemandem, der an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet.

Daldossi säuft, Daldossi kommt mit dem Frieden nicht zurecht, Daldossi raucht. Die Übergänge zwischen Gegenwart und Kriegserinnerung sind oft holprig. Einmal klingt das so: „In einem Zug leerte Daldossi die letzte Bierdose, die er noch in seiner Umhängetasche gehabt hatte und zog eine Zigarette aus der Schachtel. Wegen des nun heftigeren Windes versuchte er mehrere Male, sie anzuzünden.

Mit einem Zippo wäre mir das nicht passiert, dachte Daldossi. Zippo – es bedurfte nur eines Wortes, um den Ort zu wechseln. Damals, in Falludscha . . .“ Wie unbeholfen. Aber immerhin passt das irgendwie zum Helden.

Ronald Meyer-Arlt

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