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Erster Literaturpreis des Landes stellt Talente ins Rampenlicht

Rostock Erster Literaturpreis des Landes stellt Talente ins Rampenlicht

Sechs Autoren wurden für die Preislesung am 10. Dezember nominiert

Rostock. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Literaturland – (Wahl-)Heimat weltbekannter Schriftsteller. Uwe Johnson verbrachte hier seine Jugend, Wolfgang Koeppen wuchs hier auf, Ehm Welk betätigte sich hier nach dem Zweiten Weltkrieg auf vielen Gebieten, Gerhart Hauptmann fand hier ebenso Zuflucht wie zeitweise Wolf Biermann. Dass das Literaturland erst in diesem Jahr und damit relativ spät seinen ersten Literaturpreis vergibt, mag auch damit zu tun haben, dass Strukturen der Literaturvermittlung und -förderung in einem „neuen Bundesland“ erst wachsen müssen.

In diesem Sommer nun wurde – auf der Suche nach unentdeckten Talenten im Nordosten – dieser erste Literaturpreis des Bundeslandes ausgelobt. Und nachdem eine Jury 104 gültige Bewerbungen durchgearbeitet hat, sind seit gestern die von ihr gefundenen Talente bekannt: Okke Baumbach, Kai Grehn, Mathias Jeschke, Johanna Sailer, Marion Skepenat und Katrin Sobotha-Heidelk. Alle sechs Schriftsteller werden am 10. Dezember um 18 Uhr im Rostocker Rathaus erwartet, in dessen Festsaal sie aus ihren Texten lesen werden, woraufhin die Zuschauer über drei Publikumspreise (1000, 500 und 300 Euro) entscheiden und die Jury mit einer Laudatio den ersten Literaturpreis Mecklenburg-Vorpommerns vergibt. Der besteht in einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt im Künstlerhaus Lukas Ahrenshoop nebst Stipendiengeld von 2000 Euro, einer Publikation im freiraum-verlag Greifswald sowie einer Lesereise durch Literaturhäuser und Bibliotheken Mecklenburg-Vorpommerns.

Reiner Zufall ist, dass die sechs Kandidaten der Shortlist politisch ganz korrekt drei Frauen und drei Männern sind und auch sonst sehr gut das literarische Leben in MV widerspiegeln (Autoren der Literaturzeitschrift „Risse“ sind ebenso dabei wie Teilnehmerinnen der Poetencamps des Literaturhauses Rostock). Planen konnte man diese Korrektheit nicht, den Juroren (dem Literaturwissenschaftler Prof. Moritz Basler, der Historikerin Dr. Anne Blaudzun und der Literaturwissenschaftlerin Dr. Wiebke Porombka) lagen die Texte nur in einer anonymisierten Form vor. Rückschlüsse auf die Verfasser waren da lediglich aus den Werken möglich.

„Die große Resonanz auf die Ausschreibung hat uns begeistert“, sagte Gerlinde Creutzburg. Die Direktorin des Künstlerhauses Lukas gehört zu den Initiatoren des Preises, den sie gemeinsam mit dem Literaturhaus Rostock, dem freiraum-verlag Greifswald und dem Koeppenhaus auslobt. Ein privater Sponsor sorgt für einen großen Teil der finanziellen Ausgestaltung der Preise, möchte aber ungenannt bleiben.

Unter den 104 Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet, so teilte das Literaturhaus Rostock gestern mit, waren namhafte Autorinnen und Autoren ebenso wie Nachwuchsschriftsteller ohne eigene Veröffentlichung. Texte fast aller literarischen Gattungen (Epik, Lyrik, Dramatik) und vieler Genres wurden eingereicht.

Preisverleihung: 10. Dezember 2016, 18 Uhr, Rathaus Rostock, Festsaal

Dietrich Pätzold

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