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Kultur „Es ist einfacher geworden“
Nachrichten Kultur „Es ist einfacher geworden“
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00:00 21.10.2017

Können Sie sich noch an den Moment erinnern, an dem Von Wegen Lisbeth von einer kleinen Band zu einer großen Band wurde?

Matthias Rohde: Das war nach dem Erscheinen von unserer CD „Grande“, die 2016 auf den Markt kam. Danach haben wir gemerkt: Es geht richtig los.

Ist es dadurch stressiger geworden, mit der größeren Nachfrage und mehr Konzerten?

Eigentlich ist es jetzt sogar einfacher geworden. Vorher lagen manchmal 800 Kilometer zwischen zwei Auftrittsorten. Jetzt spielen wir mehr Konzerte und haben damit auch kürzere Strecken zu bewältigen. Dieser Teil ist also nicht mehr so anstrengend.

Sie spielten öfter im Vorprogramm anderer Künstler, zum Beispiel bei AnnenMayKantereit oder auch bei Element of Crime. Wie ist das, wenn man zusammen auf Tour ist, können die Jungen von den Älteren lernen? Oder auch umgekehrt?

Natürlich lernt man voneinander, wir sehen uns ja gegenseitig auf der Bühne. Und Ratschläge nehmen wir gerne an.

Spielen Von Wegen Lisbeth noch im Vorprogramm anderer Bands oder sind Sie jetzt Headliner?

Meistens ja, aber wir geben demnächst mit Kraftklub zusammen einige Konzerte, darauf freuen wir uns schon.

Beim Clubkonzert vor einem Jahr in „Helgas Stadtpalast“ in Rostock fiel auf der Bühne ein ungewöhnliches Wort: Opaband.

Wirklich? In welchem Zusammenhang denn?

Opaband bezog sich auf AC/DC. War das eigentlich abwertend gemeint?

Nein, das ist nur eine realistische Alterseinschätzung.

Ist denn auch Element of Crime eine Opaband?

Ja. (lacht)

In Ihren Songs steckt sehr viel Alltagspoesie, mit so schönen Zeilen wie „Immer wenn ich kotzen muss, geht Liebe durch den Magen“ oder „Als dein iPhone so grazil in den Landwehrkanal fiel“. Wie kommen Sie zu den Texten, sind das eigene Erlebnisse?

Meine Texte basieren auf verarbeiteten Erlebnissen oder auf eigenen Erfahrungen.

Von Wegen Lisbeth setzt neben der klassischen Gitarre-Bass-Schlagzeug-Instrumentierung auch eine Reihe von ungewöhnlichen Musikinstrumenten ein, zum Beispiel ein Metallophon oder ein Omnichord.

Passiert das spontan oder ist das alles geplant?

Ja, dahinter steckt schon ein Plan. Das gilt nicht nur für diese Instrumente. Wir haben sowieso eine Vorliebe für schräge Klänge und haben auch viel mit 8-Bit-Sounds herumexperimentiert.

Mit dem Niedergang der großen Musiksender dachten viele, dass damit auch die Musikvideos an Bedeutung verlieren werden. Doch das Gegenteil ist der Fall, dank youtube. Auch Ihre Videos sind sehr aufwendig gedreht. Von wem kommen eigentlich die Ideen dafür?

Viele Video-Ideen, die später umgesetzt werden, stammen von unserem Gitarristen Doz Zschäbitz.

Wenn man sich das Video zum Song „Bitch“ anschaut, kann man ahnen, was für ein großer logistischer Aufwand dahintersteckt. Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Das ist eine 360-Grad-Kamarafahrt, die bei der Aufnahme nur wenige Sekunden dauerte. Aber im Video, das in Zeitlupe läuft, füllt es fast vier Minuten. Da musste beim Dreh schon jeder Darsteller schon ganz genau wissen, was er wann machen muss.

Auch das Video von „Wenn du tanzt“ ist bemerkenswert. Wo ist das eigentlich gedreht worden?

Das ist in der Gegend am Kottbusser Tor in Kreuzberg.

Und wie sieht’s eigentlich mit neuen Songs aus? Wann hat Von Wegen Lisbeth eine neue CD?

Nächstes Jahr machen wir uns an neue Songs.

Konzert am 21. Oktober um 20 Uhr in der Moya Kulturbühne Rostock

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