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„Es wird gut rocken“

Rostock „Es wird gut rocken“

Doro Pesch hat ein komplett deutsches Album aufgenommen / Zum 25. Bühnenjubiläum 2018 verspricht die Metal-Queen ein weiteres, rockiges Album

Rostock. Doro Pesch gilt als die Queen of Metal. Sie war die erste Frau, die in dem Genre Erfolg hatte – 1982 bis 1987 in der Band Warlock, danach solo als Doro. Jetzt erschien mit „Für immer“ ein Album, auf dem nur deutschsprachige Songs zu hören sind. Im Interview mit der OZ verrät Doro, wer die Helden ihrer Jugend sind.

 

OZ-Bild
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Eine markige Stimme, die wasserstoffblonden Haare und ein sexy Outfit – das sind die Markenzeichen der Queen of Metal, Doro Pesch.

Quelle: Fotos: Promo

Tour 2017

Konzerttour: Ab 10. 11. (Weissenhäuser Strand). 15 Konzerte bis 16.12. in Holland, Italien, Belgien, Österreich, Deutschland – u.a. am 8. 12. in Neuruppin, am 10. 12. in Wolfsburg

„Für immer“ heißt Ihr neues Album und „Für immer“ war vor 30 Jahren auch Ihr erster deutscher Titel. Was bedeutet dieses Lied für Sie?

Doro Pesch: Der Song war Highlight in jedem Konzert. Den habe ich schon oft gesungen auf Biker-Hochzeiten, auf Kreuzfahrtschiffen, immer, wenn jemand geheiratet hat. Wir hatten die „Triumph &

Agony“-Platte schon fertig. Dann hab’ ich gesagt, ich möchte gern einen schrägen, schönen, rockigen Song schreiben – und so kam diese gefühlvolle Ballade raus, also aus meinem tiefsten Herzen. Aber dann wollte die Plattenfirma das nicht auf der Platte, weil das ja kein Metal sei. Und dann auch noch auf deutsch. Aber ich habe gesagt, ach nee, ich lieb’ den so, und dann haben wir uns drauf geeinigt: zweite Seite, letzter Song. Na ja – ein paar Wochen später sind wir dann mit dem legendären Ronnie James Dio auf Tour gegangen und von da an war „Für immer“ das Highlight auf jedem Konzert.

Seitdem habe ich ja auch auf jeder Platte einen deutschen Song gehabt, der irgendwie auch von den Fans gemocht wurde und eine tiefere Bedeutung hatte.

Was hat Ihre Band gesagt, als Sie mit der Idee um die Ecke kamen, deutsch zu singen?

Die waren schockiert. Heute ist das ja Gang und Gäbe, seit dem Riesenerfolg von Rammstein. Damals war das ungewöhnlich und neu. Der Produzent Joey Balin fragte: „Bist Du ganz sicher?“ Er konnte ja kein deutsch. Aber ich sagte, ja, lass mich einfach machen, ich habe ein gutes Gefühl. Dann haben wir den Song aufgenommen, es haben sieben Drummer drauf gespielt und wir haben ihn sechsmal abgemischt, bevor ich das Gefühl hatte, dass er gut ist. Geschrieben war er in ein paar Minuten.

„Triumph & Agony“ war ja vor 30 Jahren das letzte Warlock-Album. Was ist aus Warlock geworden?

Ja, also mit Tommy Bolan, dem Gitarristen, habe ich noch Kontakt. Wir haben gerade die Amerika-Tour gemacht und schreiben zusammen Songs für ein neues Album, das nächstes Jahr zum Wacken-Open-Air raus kommen soll. Ach – das war damals so typisch. Wir waren alle Kumpels, dann hat irgendwann das Musikgeschäft Überhand genommen. Da haben zu viele Leute drin herum gerührt. Management, Agentur, alle möglichen haben mitgeredet und dann haben wir auch den Namen verloren. Das war irgendwie das Ende vom Lied. Ich dachte mir, irgendwann in einem Jahr oder so, sind wir wieder Warlock. Aber das ging nicht. Das war ein richtig hartes Geschäft. Wir waren sogar vor Gericht. Aber wir waren eben eine kleine junge Band, völlig unbedarft und total überfahren. Und dann sind wir irgendwie auseinander gegangen. Ein totales Drama für uns und auch die Fans.

Jetzt ist mit „Für immer“ Ihr erstes komplett deutsches Album erschienen. Steckt da eine heimliche Helene Fischer in der Queen of Metal?

(Lacht.) Du bist ja lustig. Also, deutsche Songs kommen eben oft ganz anders auf den Punkt, als englische. Nimm mal „Tausendmal geliebt“ oder „In Freiheit stirbt mein Herz“. Die haben in Englisch nicht dieselbe Tiefe und Magie. Auf Deutsch kann man Sachen ausdrücken, die sehr bedeutsam und tiefsinnig sind. Das Lied „Herzblut“ – so ein Wort gibt es in anderen Sprachen gar nicht. Inzwischen habe ich so viele deutsche Songs aufgenommen, da dachte ich, zum Jubiläum kann man mal eine deutsche Platte raus bringen. Dafür habe ich ja auch extra ein Label gegründet. Damit kann man so spezielle Sachen machen, auch mit Stücken, die sonst nicht mehr erscheinen würden. Aber es ist mehr was für Liebhaber und Die-Hard-Fans. Die ganz neue Platte erscheint natürlich wieder bei Nuclear Blast.

Aber ein Metal-Album ist es ja nicht wirklich.

Nee, ich würde sagen, das sind die schönsten Balladen. Die deutschen Fans lieben ja Balladen. Es sind auch allesamt die deutschen Songs drauf, die wir je gemacht haben und natürlich die Cover-Version von Davie Bowies bekanntem Song „Heroes“. Da haben wir ja auch gerade ein Video zu veröffentlicht.

Wer sind neben Bowie, Dio und Lemmy, die ja in dem Video zu sehen sind, Ihre Helden?

Marc Bolan von T. Rex war immer eine große Inspiration für mich. Ich weiß noch, es war der letzte Urlaub mit meinen Eltern: Wir sind an einen schönen See gefahren. Eigentlich war ich ja Teenager und wollte gar nicht mehr mit. Aber die Stimmung war ganz gut und auf der Fahrt dorthin habe ich im Radio gehört, dass Marc Bolan mit dem Auto verunglückt ist. Da war der Urlaub am Ende. Ich war todtraurig und habe nur noch geweint. Das ging mir so nah. Meine Eltern haben das gar nicht verstanden. Aber mir hat die Musik so viel bedeutet. Ich bin ja in der Glamrock-Zeit aufgewachsen, mit Slade, T. Rex, Alice Cooper, Suzi Quatro.

David Bowies „Helden“ ist 40 Jahre alt und es gibt etwa 70 Coverversionen davon. Nun auch eine von Ihnen.

Ach, echt? Das wusste ich gar nicht. Ich hab’ den Song einfach so geliebt. Ich war auf dem Rückflug von Los Angeles, von Lemmys Beerdigung. Dann bin ich über London geflogen und habe in einer Schlange die Leute murmeln gehört, dass David Bowie nicht mehr lebt. Und ich hatte ihn oft getroffen, wir haben zusammen geprobt. Wir haben immer ein bisschen gequatscht und uns gut verstanden. Der hatte immer schöne Frauen im Arm, das weiß ich noch. Der hatte eine Wahnsinns-Aura. Naja – und weil ich den Song so liebe, wollte ich den einfach aufnehmen.

Im November geht Ihr auf Tour – der Norden Deutschlands fehlt komplett. Wieso?

Ach, wir haben ja so viele Festivals im Norden gespielt, dadurch war der Norden schon gut abgedeckt. Aber nächstes Jahr, wenn die neue Platte draußen ist, dann kommen wir natürlich auch wieder zu Euch.

Nächstes Jahr feiern Sie in Wacken 35. Bühnenjubiläum.

Ja, das wird ganz groß, mit Remmidemmi und Pyroshow und vielen Gästen. Auf jeden Fall wird Tommy Bolan, mein alter Gitarrist von Warlock dabei sein. Und ich habe viele andere von der Rock- und Metal-Garde eingeladen.

Bis dahin wollen Sie ein neues Album fertig haben. Was gibt’s da Neues?

Es wird ein Song für Lemmy drauf sein, der heißt „Living Life to the fullest“. Dann sind viele Hymnen und gefühlvolle Balladen am Start. Und natürlich wieder ein deutscher Song. Es wird gut rocken und die Leute gut drauf bringen. Da wird nichts Dunkles oder Depressives drauf sein, was übrigens gar nicht so einfach ist. Einen Arbeitstitel haben wir aber noch nicht.

Interview von Ove Arscholl

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