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00:00 04.05.2016
Schwerin

Die Literaturszene Mecklenburg-Vorpommerns soll zu den Nutznießern der in diesem Jahr angehobenen Kulturförderung durch die Landesregierung gehören. 100000 Euro mehr für die Bibliotheken, 60000 Euro mehr für die Literaturhäuser und eine gezielte Förderung der neuen Lesebuchreihe „Flaches Land“ kündigte Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) an.

Gemessen an der Gesamterhöhung des Landeskulturetats um zwei Millionen auf nun 11,5 Millionen Euro eher kleine Summen, mit denen sich im Wahlkampf nicht punkten lässt — aber Mittel, die Basisarbeit auf festere Füße stellen.

Die Lesebuchreihe will literarische Traditionen aus MV für die Schule aufbereiten: Der Auftakt „Literarisches Lesebuch. Uwe Johnson“ (280 Seiten) ist so gut wie fertig und soll durch das Kultusministerium an den Schulen verteilt werden. Ein zweiter Band mit Texten von Walter Kempowski wird gegenwärtig erarbeitet — zuletzt mit einer Konferenz in Nartum und einem ersten Schülerworkshop am Montag in Rostock. Bis zum Jahresende könnte das Buch in der Druckerei sein, hofft Katrin Möller-Funck, die Leiterin des Kempowski-Archivs Rostock. Ein weiteres Lesebuch mit niederdeutschen Autoren, die bald sogar Abitur-Pflichtstoff werden sollen, steht auf der Wunschliste des Ministers.

Die vier großen Literaturhäuser in den vier Regionen des Landes haben ohnehin ein enorm breites Aufgabenspektrum, die jetzt angekündigte Erhöhung ihrer Grundförderung auf 35000 Euro Landesmittel pro Haus war seit langem notwendig. Entsprechend werden die zusätzlichen Gelder begrüßt — im Literaturhaus „Uwe Johnson“ in Klütz, dessen Leiterin Franziska Scharsich jetzt mit 7000 Euro mehr rechnen darf, ebenso wie im Koeppenhaus Greifswald, dessen Leiterin Kati Mattutat 10000 Euro mehr zur Verfügung hat. Wenn auch die Stadt Greifswald mitziehen würde und ihren Anteil künftig erhöht, dann ließe sich so mehr literarische Jugendarbeit leisten, hofft Mattutat. „Wir haben hier Wolfgang

Koeppens Roman ‘Jugend‘, und den muss man unter die Jugendlichen bringen“, sagt die Literaturhaus-Leiterin.

Für Neubrandenburg fließen neben der Grundförderung weitere 10000 Euro für das Fallada-Archiv — eine Gesamtsteigerung um 7500 Euro. „Große Sprünge kann man damit nicht machen, aber die Erhöhung hilft, gestiegene Kosten auszugleichen“, sagt Erika Becker, Geschäftsführerin des Literaturzentrums Neubrandenburg, unter dessen Dach neben dem Brigitte-Reimann-Literaturhaus auch mehrere Schriftsteller-Archive arbeiten. Für Rostock, das zum literarischen Zentrum des Landes geworden ist, wachsen die Landesmittel stärker: Neben der Erhöhung der Grundförderung um 5000 Euro auf nun ebenfalls 35 000 Euro fließen hier zusätzlich 10000 Euro. „Weil Rostock die Autorenförderung für ganz Mecklenburg-Vorpommern macht“, sagt Brodkorb. Mit dieser Erhöhung sieht Geschäftsführer Rainer Mnich für sein Literaturhaus Rostock mehr Möglichkeiten zur Arbeit im Kinder- und Jugendbereich, dessen Leitung sich bis dahin finanziell von Projekt zu Projekt hangeln musste und nun Planungssicherheit habe. So könne die Zahl der Veranstaltungen von bisher 300 auf 400 erhöht werden, überwiegend in Schulen und Kitas, für die das Literaturhaus laut Mnich mit 30 bis 40 Partnern im ganzen Land kooperiert.

Erstmals soll 2016 auch das Kempowski-Archiv Rostock eine Landesförderung (10000 Euro) erhalten. Archiv-Leiterin Katrin Möller-Funck erweitert damit ihre Veranstaltungen, insbesondere für die Kempowski-Tage Ende Oktober.

Neben Landesmitteln erhalten die Literaturhäuser Geld von Kommunen, Landkreisen. In unterschiedlicher Höhe: Das Literaturhaus Rostock erhält 89000 Euro von der Stadt, in Greifswald fließen nur 28000, in Klütz sind es rund 50000, in Neubrandenburg etwa 70000 Euro. Durch Zusammenarbeit mit Partnern können weitere Mittel hinzukommen.

Die Erhöhung der Landesmittel war notwendig geworden, weil Kultur in Mecklenburg-Vorpommern — gemessen am Bundesdurchschnitt — lange unterfinanziert war. Im Sommer 2015 hatte das der Kulturfinanzbericht des Bundes und der Länder beschämend deutlich gemacht. Kultusminister Mathias Brodkorb hatte darauf die Methoden der Statistischen Bundes- und Landesämter (einschließlich des Landes MV) in Zweifel gezogen, den Vorwurf der Unterfinanzierung jedoch nicht entkräftet.

Von Dietrich Pätzold

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