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„Exil hat Familie Mann geprägt“

Lübeck „Exil hat Familie Mann geprägt“

Mann-Enkel Frido besucht Ausstellung im Lübecker Buddenbrookhaus

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Fridolin Mann

Quelle: Arno Burgi/dpa

Lübeck. . Frido Mann, der Lieblingsenkel von Literaturnobelpreisträger Thomas Mann, hat gestern das Lübecker Buddenbrookhaus besucht. Das Leben im Exil hat die gesamte Familie Mann nachhaltig geprägt. „Es war eigentlich immer ein Thema, und auch ich als kleiner Junge habe die Besonderheit der Situation unbewusst gespürt“, sagte Frido Mann, gestern im Lübecker Buddenbrookhaus.

Der Schriftsteller und Psychologe besuchte die Ausstellung „Fremde Heimat“, die sich mit dem Exil der Familie Mann beschäftigt. Sie war mit Beginn der Nazi-Diktatur ausgewandert und lebte von 1933 bis 1952 in Frankreich, der Schweiz und den USA. „Besonders Heinrich und Klaus Mann haben unter dem Exil gelitten und wie viele Emigranten nach ihrer Rückkehr nicht richtig in die Heimat zurückgefunden“, sagte Mann. Fridolin, genannt Frido, wurde 1940 in Monterey im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Sein Vater Michael (1917 – 1977) war das jüngste Kind von Thomas und Katia Mann. Da die Eltern sich wenig um Frido und seinen jüngeren Bruder Toni kümmerten, waren die Kinder häufig bei ihren Großeltern, die nach ihrer Rückkehr aus den USA 1952 wieder in der Schweiz lebten. „Ich habe mit meinem Großvater viel über die Zeit des Nationalsozialismus und des Exils gesprochen“, sagte Frido. Das, was er berichtete, habe ihn in seiner Meinung über die Zeit nur bestärkt, ergänzte der Enkel.

In seinem im Exil entstandenen Roman „Doktor Faustus“ hat Thomas Mann seinen Enkel Frido, das „göttliche Kind“, in der Figur des Knaben Echo verewigt.

Nach Ende des Krieges entschloss sich die Familie Mann nur zögernd, nach Europa zurückzukehren. „Mein Großvater wollte weg aus den USA, aber er wollte unter keinen Umständen zurück nach Deutschland.

Die Bundesrepublik Deutschland und Bundeskanzler Adenauer waren ihm fremd“, sagt Frido Mann. „Auch ich habe lange gezögert und erst vor etwa fünf Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten“, sagt er. Heute lebt Mann in München. Eva-Maria Mester

OZ

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