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Kultur Exotische Poesie voller Süße
Nachrichten Kultur Exotische Poesie voller Süße
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00:00 24.05.2016

Auch in seinem dritten Konzert hatte der „Ständige Gastdirigent“ der Norddeutschen Philharmonie Rostock, der Chinese Yongyan Hu ein heimatliches Souvenir mitgebracht, das Klavierkonzert „Scent of the Green Mango (Der Duft der grünen Mango)“ (2014) seines Landsmannes Xiaogang Ye (60), ein Sang von der Verführungskraft floraler Schönheit, ihrer Süße wie ihres Giftes.

Es ist nicht nur Mischung chinesischer und europäischer musikalischer Gesten, sondern eine Synthese, in der sich eine zarte exotische Poesie ebenso entfaltet wie ihre finstere Bedrohung. Hu ließ die delikaten Klangmixturen des Orchesterparts in ihrem reichen Spektrum leuchten und gab so dem Klavierpart des einsätzigen Werkes ein gutes Fundament. Diesen musizierte die amerikanisch-chinesische Pianistin Fei-Fei Dong (36) in feingliedriger Virtuosität, mit klarer Durchsichtigkeit im Glasperlenspiel der Melodien und Läufe, mit kontrollierter Kraft, mit feiner rhythmischer Prägnanz – ausgewogen und fesselnd. Für den Beifall bedankte sie sich mit zwei Zugaben von unbedenklichem Populismus, zum sentimentalen Mitsummen und begeisterten Mitklatschen.

Eingeleitet wurde das Konzert mit der „Romeo-und-Julia-Ouvertüre“ (1880) von Tschaikowski, etwas breit gespielt. Abgeschlossen wurde es mit der bedeutenden Sinfonie Nr. 5 (1945) von Prokofjew, in der dieser die Utopie vom „Triumph des menschlichen Geistes“ gestalten wollte. Davon war nicht allzu viel zu hören. Hu ließ die Philharmonie genau und aufmerksam musizieren, mit kultiviertem rundem Klang, ein wenig zu sehr entgratet, mit machtvollen Ausbrüchen, ausgerichtet mehr auf die Einzelteile als auf ihren stringenten Zusammenhang. So entstanden eher isolierte, eindrucksvolle Konzertstücke und der große sinfonische Atem des Geistes wollte sich nicht durchgängig einstellen – demonstrativ und zelebrierend.

OZ

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