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Exotisches Programm mit Pianist Glemser und Dirigent Salemkour

Rostock Exotisches Programm mit Pianist Glemser und Dirigent Salemkour

Jetzt hat der Aufstieg der Flügelfeste in den Philharmonischen Konzerten der Norddeutschen Philharmonie Rostock seinen ersten Knick bekommen.

Rostock. Jetzt hat der Aufstieg der Flügelfeste in den Philharmonischen Konzerten der Norddeutschen Philharmonie Rostock seinen ersten Knick bekommen. An den Künstlern lag es nicht, weder am Elitepianisten Bernd Glemser (54) noch am Berliner Gastdirigenten Julien Salemkour (42), beide boten beste Voraussetzungen für einen glanzvollen Abend. An der Philharmonie lag es auch nicht; sie präsentierte sich in guter Form. Es lag am exotischen Programm.

Sein erster Teil bestand aus einer Performance, in der eine Uraufführung, das knappe Konzertstück „Hoffnung“ des Koreaners Myung-Whun Choi (42), ein Choral aus Bachs Matthäus-Passion, gesungen vom mikroskopischen Kinderchor der Singakademie, und das fast unbekannte Klavierkonzert f-Moll op. 114 (1910) von Max Reger nicht sehr überzeugend nahtlos ineinander übergingen.

Regers Klavierkonzert, das pompös-vormodern an den eigenen Differenzierungen zu ersticken droht, bietet nur mageres Potenzial für ein Flügelfest: ausdrucksmäßig aufgepolstert, klangmassiv überladen, schwerflüssig-ölig, diffus schillernd, technisch äußerst schwierig, aber ohne Glanz. Da konnte ihm die Kunst der beiden Meister klarer Zeichnung, Glemsers exzellente pianistische Kultur und Salemkours klare Orchesterführung, nur momentan aufhelfen.

Der zweite Teil bot das Klavierquartett g-Moll op. 25 von Johannes Brahms in der Orchestrierung von Arnold Schönberg, zu Brot- und Studienzwecken vorgenommen, nicht wie dieser es instrumentiert, sondern wie Brahms es getan hätte. In dieser Hinsicht ist es eine meisterliche Leistung und ergibt quasi ein weiteres Orchestergroßwerk von Brahms – von der Philharmonie unter Salemkour mit energischen Konturen musiziert. Dennoch schien es, als würde das musikalische Material, erdacht für kammermusikalische Intimität, den riesigen Orchesteraufwand nicht immer tragen, so dass erst der letzte Satz als weitere Variante eines „Ungarischen Tanzes“ die erwartete Begeisterung auslöste.

OZ

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