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Extra: Preußler und die diskriminierenden „Negerlein“

München Extra: Preußler und die diskriminierenden „Negerlein“

Widerwillig soll er zugestimmt haben, aber Otfried Preußler stimmte zu - die heute von vielen als diskriminierend empfundene Bezeichnung „Negerlein“ für Menschen mit schwarzer Hautfarbe wird in einer Neuauflage des Kinderbuch-Klassikers „Die kleine Hexe“ nicht mehr vorkommen.

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Das Wort "Negerlein" in dem Kinderbuch "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler wird heute von vielen als diskriminierend empfunden. Foto: Daniel Naupold

München. Preußlers Verleger Klaus Willberg vom Stuttgarter Thienemann Verlag kündigte schon vor Wochen an, die umstrittenen Worte zu streichen. Es sei notwendig, Bücher an den sprachlichen und politischen Wandel anzupassen.

Was war passiert? Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) stieß vor etlichen Wochen eine Debatte über diskriminierende Begriffe in Kinderbüchern an. Vielleicht hatte sie ihrer kleinen Tochter zuvor aus „Die kleine Hexe“ vorgelesen. Dort heißt es auf Seite 86: „Aber die beiden Negerlein waren nicht vom Zirkus, und ebensowenig die Türken und Indianer.“ Und weiter: „Auch die kleinen Chinesinnen und der Menschenfresser, die Eskimofrauen, der Wüstenscheich und der Hottentottenhäuptling stammten nicht aus der Schaubude. Nein, es war Fastnacht im Dorf!“

Den Stein ins Rollen gebracht hatte bei der Streichung des Wortes „Negerlein“ ein aus Eritrea in Ostafrika stammender Deutscher. Er schrieb an den Verlag Preußlers, der zunächst antwortete, dass das Buch aus dem Jahr 1957 stammt und man das Wort „Neger“ damals ohne diskriminierenden Hintergrund verwendet habe. Doch der Vater einer kleinen Tochter gab nicht klein bei. Daraufhin nahm der Verlag Kontakt zu Preußler auf. Am Ende stimmte der 89-Jährige der Streichung zu.

Bei Literaturkritikern stieß dies teils auf Ablehnung. Der Moderator Denis Scheck trat in seiner ARD-Sendung „Druckfrisch“ mit schwarz angemaltem Gesicht auf, um damit gegen „Tollheiten einer auf die Kunst übergriffigen politischen Korrektheit“ zu protestieren.

dpa

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