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Kultur Extra: Preußler und die diskriminierenden „Negerlein“
Nachrichten Kultur Extra: Preußler und die diskriminierenden „Negerlein“
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20:36 27.02.2013
Das Wort "Negerlein" in dem Kinderbuch "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler wird heute von vielen als diskriminierend empfunden. Foto: Daniel Naupold
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München

Preußlers Verleger Klaus Willberg vom Stuttgarter Thienemann Verlag kündigte schon vor Wochen an, die umstrittenen Worte zu streichen. Es sei notwendig, Bücher an den sprachlichen und politischen Wandel anzupassen.

Was war passiert? Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) stieß vor etlichen Wochen eine Debatte über diskriminierende Begriffe in Kinderbüchern an. Vielleicht hatte sie ihrer kleinen Tochter zuvor aus „Die kleine Hexe“ vorgelesen. Dort heißt es auf Seite 86: „Aber die beiden Negerlein waren nicht vom Zirkus, und ebensowenig die Türken und Indianer.“ Und weiter: „Auch die kleinen Chinesinnen und der Menschenfresser, die Eskimofrauen, der Wüstenscheich und der Hottentottenhäuptling stammten nicht aus der Schaubude. Nein, es war Fastnacht im Dorf!“

Den Stein ins Rollen gebracht hatte bei der Streichung des Wortes „Negerlein“ ein aus Eritrea in Ostafrika stammender Deutscher. Er schrieb an den Verlag Preußlers, der zunächst antwortete, dass das Buch aus dem Jahr 1957 stammt und man das Wort „Neger“ damals ohne diskriminierenden Hintergrund verwendet habe. Doch der Vater einer kleinen Tochter gab nicht klein bei. Daraufhin nahm der Verlag Kontakt zu Preußler auf. Am Ende stimmte der 89-Jährige der Streichung zu.

Bei Literaturkritikern stieß dies teils auf Ablehnung. Der Moderator Denis Scheck trat in seiner ARD-Sendung „Druckfrisch“ mit schwarz angemaltem Gesicht auf, um damit gegen „Tollheiten einer auf die Kunst übergriffigen politischen Korrektheit“ zu protestieren.

dpa

Er schrieb 32 Bücher, die in 55 Sprachen übersetzt wurden. „Die kleine Hexe“ und „Räuber Hotzenplotz“ wurden Klassiker der Kinderbuch-Literatur. Nun ist Otfried Preußler mit 89 Jahren gestorben.

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