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Kultur Faber kriegt aufs Maul
Nachrichten Kultur Faber kriegt aufs Maul
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00:00 10.10.2016
OZ-Autor Nick Vogler über den gestrigen Dortmunder ARD-Tatort „Zahltag“

Nein, Mitleid kann man mit Faber (Jörg Hartmann) schwer haben. Er gibt zwar das Kollegenschwein, mimt den Kotzbrocken – aber auf einer anderen Ebene ist er schwer in Ordnung. Seinem Beruf ordnet er alles unter, auch seiner Berufung: Verbrecher finden, Verbrechen aufklären. Diese Figur fasziniert und hält auch in „Zahltag“ bei der Stange. Aus den Handlungssträngen hätten gut zwei Filme entstehen können: Es geht um Mord in der Rockerszene und um persönliche Verwicklungen innerhalb der Mord-Komission inklusive peinlicher Befragungen durch einen internen Ermittler in Sachen Faber.

Die psychologischen Verstrickungen sind spannender als der Kriminalfall. Wie Fabers Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) dem auf zwischen Genie und Wahnsinn wankenden Faber die Treue hält und sich doch konsequent und verachtend abwendet, ist bewegend. Da wird die Einsamkeit des so verletzlichen Faber fast greifbar. Der muss einen Nackenschlag nach dem anderen hinnehmen – und bleibt doch sich und seiner Linie treu. Allerdings bleiben Wirkungstreffer nicht aus und das bewegt sogar Faber, mal „Danke“ zu Kollegen zu sagen. Oder sich leise stotternd zu entschuldigen. Sich menschlicher zu geben. Mit mehr oder weniger Erfolg. Irgendwie beeindruckt diese Haltung sogar den internen Ermittler Pröll (Milan Peschel). Unterschiedlicher könnten zwei Menschen kaum sein, trotzdem stellen beide großartig da, welche Ähnlichkeit sie in ihrer fokussierten Arbeitsweise haben.

Als die Rockerfaust krachend in Fabers Gesicht landet, ergibt der sich stoisch in sein Schicksal, zeigt keinerlei Gegenwehr. Doch wer Faber kennt, weiß: Er wird eine Antwort haben. Auch wenn man gedacht hat, die Geschichte um den verrückten Ermittler ist auserzählt. Am Ende ist es spannend: Was hat diese Episode aus dem Menschen Faber wohl gemacht?

OZ

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