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Kultur Familie schenkt Kupferstich von 1832 der Kunstsammlung
Nachrichten Kultur Familie schenkt Kupferstich von 1832 der Kunstsammlung
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00:00 16.09.2016
Hiltrud Brauch (l.) übergibt den lange vermissten Kupferstich an Merete Cobarg. Quelle: dpa

Die Kunstsammlung Neubrandenburg ist bei ihrer Suche nach verschollenen Kunstwerken ein kleines Stück vorangekommen. Gestern bekam die Kunstsammlung eine Grafik des Italieners Paolo Toschi (1788-1854) geschenkt. „Das Kunstwerk entspricht genau einer unserer Grafiken, die seit 1945 verschollen sind“, sagte Kunstsammlungsleiterin Merete Cobarg bei der Übergabe. „Das Bild war bisher im Besitz der Familie, wir wollten es nach dem Tod der Eltern in guten Händen wissen“, sagte Hiltrud Brauch im Namen ihrer Familie aus dem Landkreis Karlsruhe (Baden-Württemberg).

Die Medizinerin leitet eine Klinik für Krebsforschung in Stuttgart und war im Internet auf die Datenbank für Kulturgutverluste (www.lostart.de) und so auf die Kunstsammlung gestoßen.

Das Werk „Die Kreuztragung Christi“ ist als Kupferstich einem Bild des Malers Raffael nachempfunden und ein exemplarischer Beleg für die alte Sammlung, erklärte Cobarg. Die Kunstsammlung war im 19. Jahrhundert gegründet worden und galt als eine der umfangreichsten im damaligen Mecklenburg.

Nach einer Schenkung eines Malers kauften die Stadtoberen damals Werke auf Kunstausstellungen in Berlin und München, darunter Arbeiten von Rembrandt und Goya. Das Gros der Sammlung gilt aber seit einem ungeklärten Transport am Kriegsende 1945 als verschollen. „Die Sammlung umfasste mehr als 10 000 Bilder und Porzellane“, sagte Kunsthistorikerin Elke Pretzel.

Das nun geschenkte Bild soll von einem Restaurator unter die Lupe genommen und dann zeitweise in der Kunstsammlung gezeigt werden. „Das Bild war seit 1954 in unserer Familie“, sagte Brauch. Ihr Vater sei als Lehrer auch für die Ausstattung der Fronleichnamsgottesdienste mit Bildern zuständig gewesen. So habe das Kloster Stift Neuburg bei Heidelberg ihm diesen Kupferstich damals geschenkt.

Seit wann es im Kloster war, sei unklar. „Meine Eltern wären stolz, wenn sie wüssten, dass dieses Bild hier in der Sammlung bleibt“, sagte Brauch.

Winfried Wagner

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