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Kultur Fangelturm: Erste Arbeiten noch im Sommer
Nachrichten Kultur Fangelturm: Erste Arbeiten noch im Sommer
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10:14 13.07.2018
Bauherr Alexander von Pachelbel und sein Enkel kraxeln um den Fangelturm. Quelle: Almut Jaekel
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Nehringen

Alexander von Pachelbel ist glücklich – jetzt geht es richtig los mit der Sanierung des Nehringer Fangelturms. Für erste Sicherungsmaßnahmen am Turm, dessen Mauerkrone gefährlich bröckelt, übergab Carsten Zillich, Ortskurator Stralsund der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), gestern einen Fördervertrag über 15000 Euro an den Senior, der sich für den Erhalt des historischen Nehringer Ensembles einsetzt.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz schließt einen Fördervertrag zur Sanierung des Baudenkmals. Vor dem eigentlichen Baubeginn sind am Turm Sicherungsmaßnahmen notwendig.

Bereitgestellt wird das Geld von Lotto MV, deren Abteilungsleiterin Gabriele Rühle ebenfalls den Hügel zum Turm auf den Überresten der 1940 von belgischen Kriegsgefangenen gebauten Treppe erklomm wie Thomas Müller, Geschäftsführer der Baudenkmalpflege Prenzlau GmbH, Carola Morgenstern als Planerin sowie Vertreter der Unteren Denkmalbehörde des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Zutritt aus Sicherheitsgründen zur Zeit untersagt

Familie von Pachelbel hatte die um 1780 errichtete Gutsanlage in Nehringen nebst Park Anfang der 1990er-Jahre von der Gemeinde und der Treuhand-Anstalt zurückgekauft. Mit im Paket: der stark beschädigte Fangelturm. Ein erstmals um 1310 erwähntes Bauwerk, das einst der Verteidigung diente. Der Turm bröckelt seit Jahren. Die Mauerkrone ist lose, Wind, Regen und Frost dringen in das oben offene Bauwerk ein, sodass immer wieder Mauersteine in die Tiefe fallen. Der Zutritt zum Turmhügel ist aus Sicherheitsgründen untersagt.

„Gerade in den letzten Monaten sind bei Stürmen viele Ziegel heruntergefallen. Es musste etwas geschehen“, sagt Pachelbel. Und das wird es auch: Mit einem großen Kran wird schon ab August über die Bäume bis zur Turmkrone eine Gondel gekrant, in der zwei Leute Platz finden. Von dort aus erfolgen die Sicherungsarbeiten“, erklärt Baufachmann Thomas Müller. Das soll lediglich zwei bis drei Wochen dauern. Dann können die Fachleute ran, um genau zu untersuchen, was im und am Turm los ist.

Fachleute sondieren, was gemacht werden muss

„Leute, die den Artenschutz unter die Lupe nehmen, Bauhistoriker, Restauratoren, Statiker“ zählt Pachelbel auf. Koordinieren wird die Arbeiten Planerin Carola Morgenstern. In diesem und nächstem Jahr soll dafür Zeit sein, sagt Pachelbel. „So lange wird sondiert, was bei weiteren Arbeiten alles bedacht werden muss“, plant er.

Geld gibt es über das Leader-Programm

„Unser Betrag in Höhe von 15000 Euro ist ja nicht riesig“, sagte Carsten Zillich gestern. Aber dort, wo sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz engagiere, „bekommt man von anderen Stellen oft mehr“, machte er Hoffnung auf weitere Finanzspritzen.Ein wesentlicher Betrag des Geldes, das für die Turmsanierung gebraucht wird, gibt es über das Leader-Programm, erzählt Alexander von Pachelbel. Leader ist eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union, kofinanziert durch EU, Bund und Länder. Die Leader-Aktionsgruppe Vorpommern-Rügen hat bereits die Förderwürdigkeit des Vorhabens der Wiederbelebung des Fangelturms bestätigt.

„Der Nehringer Fangelturm ist etwas ganz besonderes“, begründet Thomas Kinkeldey von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Denn Turmhügel gebe es in vielen Dörfern, bebaut ist aber keiner davon mehr.

Viele Ideen und spannende Arbeiten

Der eigentlich Bau am Turm soll 2019/20 erfolgen. Pachelbel hat viele Vorstellungen: Eine Außentreppe und eine Innentreppe, auf der Besucher in dem Denkmal nach oben gelangen bis auf eine Aussichtsplattform. Dort eine Überdachung und ein Geländer. Und Sichtachsen zur Kirche, zum Rondell... Die gesamten Baukosten schätzen Experten auf derzeit rund 800000 Euro.„Das ist alles sehr spannend“, sagt Pachelbel. Nicht nur der Turm selbst birgt Überraschungen. Auch über den Hügel auf dem er steht, ist nicht viel bekannt. Ist es eine wendische Anlage? Waren darunter einst Räume? Eventuell werden es Bohrungen zu Tage bringen.

Jaekel Almut

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