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Farbexplosionen aus dem Weltentheater

Ahrenshoop Farbexplosionen aus dem Weltentheater

Die Galerie Peters-Barenbrock in Ahrenshoop zeigt in „Weggefährten III“ die Leipziger Malerin Annette Schröter

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„Rosengarten 2“ (1997), Öl auf Leinwand

Ahrenshoop. Das Paar steht voneinander abgewandt. Er beugt sich mit prallem Rucksack auf dem Rücken, den Hintern ebenso prall dem Betrachter zugewandt zu den Rosen hinab, scheint zu fotografieren. Oder schaut er durch ein Vergrößerungsglas? Sie, mit Damentäschchen, stapft wie ein Storch durch die Rosen. Eine für Annette Schröter (60) typische Bildszene. Mit leichter Ironie die Umwelt und ihre Menschen darin betrachtend.

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Die Galerie Peters-Barenbrock in Ahrenshoop zeigt in „Weggefährten III“ die Leipziger Malerin Annette Schröter

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Die meisten Maler wiederholen sich.“

Annette Schröter (60), Malerin und Dozentin aus Leipzig

Wenn auch in „Rosengarten 2“ nicht so viel Farbfreude steckt wie in anderen Werken, zum Beispiel dem Ölbild „Rosengarten 28“. Annette Schröters Bilder sind Farbexplosionen. Ein Kritiker hat mal geschrieben, sie sei eine „Farbfetischistin“, deren Werk den Impressionismus mit Anklang an die Wiener Schule strahlen lasse. Die Farbe und der Griff ins pralle Leben.

Die Leipziger Malerin, 1956 in Meißen geboren, malt(e) gern in Zyklen. 13 ihrer Arbeiten aus den Zyklen „Rosengarten“, aus denen die Rosenstapfer stammen, oder aus dem Zyklus „Turnerinnen“ und Einzelbilder wie der Hund am Strand in „Meer 3“ sind in der Galerie Peters-Barenbrock in Ahrenshoop zu sehen. Es ist die dritte Ausstellung, die Galeristin Sabine Peters-Barenbrock zum 25. Geburtstag ihrer Galerie in diesem Jahr unter den Titeln „Weggefährten“ laufen lässt. Anfangs, im März, Hubertus von der Goltz, einer ihrer längsten künstlerischen Weggefährten, später im Mai, die Künstlerpaare Ulrike Hansen und Jürgen Reichert, Tamara Suhr und Peter Hermann. Und nun Annette Schröter. „Alles Künstler, mit denen ich seit 25 Jahren zusammenarbeite“, sagt Peters-Barenbrock. Annette Schröter war eine der Ersten, die sie in ihrer Galerie, die sie 1991 in Braunschweig gegründet hatte, gezeigt hat. 1997 der Umzug nach Berlin, seit 1999 ist Peters-Barenbrock in Ahrenshoop. Annette Schröter hat sie seitdem begleitet. Über ihre Galerie-Arbeit sagt Peters-Barenbrock: „Mein Ansatz war ja immer figurative Malerei und Menschen. Auch Menschen in Bezug zur Landschaft. Aber selten reine Landschaften.“ Da passt das Stück Weltentheater mit den Besuchern und den Rosen als Personal, die Schröter im Rosarium Sangershausen beobachtet hatte, schön ins Portfolio. Annette Schröter sagt: „In diesem Jahr sind zwei Dinge zusammengekommen. Ich bin 60 geworden und die Galerie 25. Und da waren noch einige Bilder, die mussten raus. Die mussten noch mal gezeigt werden.“ Aber eigentlich ist es etwas Besonderes, dass die Künstlerin diese Arbeiten noch zeigt. Seit 2006 malt sie gar nicht mehr. Sie hat sich dem Scherenschnitt zugewandt. Auf den ersten Blick ein Widerspruch. Die Farbexplosionen ihrer Malerei lassen sich im filigranen Medium, das eher Schwarz-Weiß daherkommt, selten ausleben. Aber Annette Schröter hat auch diesem Genre neue Aspekte verliehen. Und die Galeristin denkt darüber nach, irgendwann ihre Scherenschnitte zu zeigen.

Über ihre Motive zur Abkehr von der Malerei sagt Schröter: „Das Reifen im Älterwerden, von dem man so gern spricht, stimmt ja nicht. Die meisten Maler wiederholen sich, lassen malen oder nehmen die immer wiederkehrenden Motive. Das hier ist jetzt meine Malerei. Das ist abgeschlossen. Zu dem stehe ich.“

Außerdem lehrt die Schülerin von Bernhard Heisig seit 2006 als Professorin an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Malerei. Sie sagt: „Ich rede die ganze Woche über und beurteile die Bilder anderer. Da bin ich froh, wenn ich zu Hause im Atelier etwas ganz anderes machen kann.“

Sabine Peters-Barenbrock empfindet die Scherenschnitte als Fortführung von Schröters Malerei. Sie sagt: „Viele Dozenten machen den Fehler, dass sie irgendwann anfangen, ihre Studenten zu kopieren, da das Neue ja in der Regel nur von den Jungen kommt. Diesen Fehler macht Annette Schröter nicht. Sie lernt von ihren Studenten.“

Michael Meyer

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