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Ahrenshoop Faszinationskraft im Regionalen

Die Ahrenshooper Kunstauktion lädt am 6. August zum Schauen und Kaufen / Gegenwärtig sind die 160 angebotenen Werke im Künstlerort ausgestellt

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Von Louis Douzette (1834 - 1924) ist das Ölgemälde „Mondlicht über Stralsund“ im Angebot. Repros (5): Ahrenshooper Kunstauktion

Ahrenshoop. Der besondere Kunstort des Landes Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf einen seiner Jahreshöhepunkte vor: Am 6. August, ab 19 Uhr, kommen in der Strandhalle Ahrenshoop wieder 160 Kunstwerke unter den Hammer, darunter manch erlesenes und begehrenswertes Werk.

OZ-Bild

Die Ahrenshooper Kunstauktion lädt am 6. August zum Schauen und Kaufen / Gegenwärtig sind die 160 angebotenen Werke im Künstlerort ausgestellt

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Hundert ausgewählte Arbeiten (Malerei, Grafik und Objekte), dazu 48 Arbeiten im Kleinen Kabinett und zwölf Plakate will Auktionator Robert Dämmig bei der 42. Ahrenshooper Kunstauktion aufrufen. Und das Motto der Schau, „Tradition und Moderne in der Künstlerkolonie“ verweist nicht nur auf das breite historische Spektrum des Angebots, sondern ebenso auf den Bezug zur regionalen Kunsttradition des Ostseebades, das früher eine der wichtigsten deutschen Künstlerkolonien beherbergte.

„Höhepunkt ist sicher unser Douzette“, kündigt die Kunsthistorikerin Johanna Mitzschke das spätromantische Ölgemälde „Mondlicht über Stralsund“ von Louis Douzette (1834-1924) an. Die Auktion schickt es für 11000 bis 13000 Euro ins Bietergefecht, als eines der Hauptwerke des Künstlers, der mit drei weiteren Gemälden im Kleinen Kabinett vertreten ist. „Wir haben auch einen sehr schönen Feininger und schöne von Eickens.“

Unter den Modernen hebt die Expertin Karl Peter Röhl (1890-1975) oder Max Pechstein ( 1881-1955) hervor. Letzterer ist mit zwei Strandszenen (Kaltnadelradierungen) vertreten, von Röhl ist eine Kreidezeichnung „Ekstatischer Tanz“ zu haben. Und zum ersten Mal sei ein Gemälde von Susanne Kandt-Horn (1914-1996) im Rennen: „Odysseus und Kirke“ für geschätzte 9800 bis 12800 Euro. Die Künstlerin befindet sich damit in guter Gesellschaft mit anderen Meistern von der Ostseeinsel Usedom, darunter Otto Manigk und Otto Niemeyer-Holstein.

Und das jüngste der angebotenen Werke stammt von dem Berliner Pop-Art-Künstler Jim Avignon (48). Er schuf mit der Vier-Farb-Lithografie „Seemann“ das Künstlerplakat zur Ausstellung und wird mit seiner Tempera-Arbeit „The Yellow Flag“ aus diesem Jahr in der Auktion aufgerufen.

Im vergangenen Jahr drängten sich über 420 Leute zur Versteigerung, und am Ende wurde ein Umsatz von rund 485000 Euro erzielt, erinnert sich Auktionator Robert Dämmig. „Wenn wir dieses Jahr wieder in diesen Bereich kommen, dann ist das gut.“ Als Schwerpunkte der Auktion nennt Dämmig neben der Ahrenshooper Kolonie auch die kleineren Nachbarkolonien Hiddensee, Usedom und Schwaan. Unter diesem regionalen Aspekt betont er auch Werke aus der Gründergeneration der Ahrenshooper Kolonie: Oskar Frenzel (1855-1915) etwa, der mit dem Ölgemälde „Die Herde und ihr Hirte“ (1890) vertreten ist.

Frenzel sei hier selten und könnte auch sehr interessant sein für den Bestand des Kunstmuseums Ahrenshoop, das die Geschichte der Kolonie und der Kunstbeziehungen im Ostseeraum aufarbeitet.

Aber auch auf Klassiker der Moderne wie Pechstein oder Max Kaus (1891-1977), dessen „Blaue Krüge“ zweifellos zu den „Hinguckern“ im Gesamtangebot gehören, setzt Dämmig seine Hoffnungen. „Wenn an dem Tag die richtigen Leute kommen, dann kann bei der Auktion schon mal richtig was in die Höhe gehen . . .“, sagt der Auktionator, der die Versteigerung zum vierten Mal leiten wird.

Das gesamte Werkangebot ist bis zum 5. August im Kunstkaten und der Strandhalle Ahrenshoop ausgestellt. Eine Vorschau mit ausgewählten Arbeiten hatten die Veranstalter Anfang Juli in der Galerie Berlin gezeigt.

Ahrenshooper Kunstauktion

160 Arbeiten , neben den Hauptwerken auch 48 im Kleinen Kabinett und 12 Plakate, kommen am 6. August ab 19.00 Uhr in der Strandhalle Ahrenshoop unter den Hammer. Einlass ab 18.00 Uhr.

Die 42. Ahrenshooper Kunstauktion hat eine lange Tradition. Mitte der 90er Jahre wurde sie nach Unterbrechung wieder aufgenommen und brachte die Künstlerkolonie stärker ins öffentliche Bewusstsein zurück.

• www.ahrenshoop-kunstauktion.de

Dietrich Pätzold

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