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Faszinierende Viola beim Festspielfrühling

Putbus Faszinierende Viola beim Festspielfrühling

Auftakt zu Rügener Musikreihe: Publikum mit „tanzenden“ Bratschen begeistert

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Ekkehard Ochs zur Eröffnungsveranstaltung des Festspielfrühlings auf Rügen

Putbus. Die Messlatte liegt hoch, die Erwartungen sind groß: Fünf Jahre lang hat das Fauré-Klavierquartett den Festspielfrühling Rügen als neues Standbein der Festspiele MV eigenständig geplant und mit hochkarätigen Gästen künstlerisch geprägt. Nun ist es an Nils Mönkemeyer, dem 6. Jahrgang als Künstlerischer Leiter eigenes Profil zu verleihen. Hochberühmt ist er seit langem und als vorbildhafter „Botschafter der Bratsche“ bestens geeignet, seinem solistisch unterrepräsentierten Instrument aus der „Schmoll-und Witzecke“ heraus zu helfen. Nun präsentiert er vom 17. bis 26. März mit 23 Veranstaltungen eine Programmfolge, in der „so viel Verschiedenes wie möglich“ angeboten werden soll, auch jenseits mehr oder weniger bekannter Raritäten „aus dem Bratschenkabinett“. Entsprechend abwechslungsreich sind die Angebote von Bach und Beethoven bis zu Tango und Country-Chanson, zwischen Konzert, musikalischem Porträt, informativem Gespräch und intermedialer Inszenierung. Inbegriffen ist eine große Spanne zwischen diversen klassischen Formangeboten, unorthodoxen Besetzungen und – natürlich – demonstrativer Präsenz der Viola!

Mönkemeyers Konzept der Vielfalt galt bereits für die Eröffnung. Im Marstall zu Putbus musizierte er mit nicht weniger als 15 Gästen, um hinsichtlich angestrebter auflockernder „Verschiedenartigkeit“

keine Zweifel aufkommen zu lassen. Das galt für den klassischen Einstieg mit Dvoráks A-Dur-Klavierquintett op. 81 und Schumanns Adagio und Allegro As-Dur op. 70 (Viola, Klavier) ebenso wie für Joaquín Turinas „Scène Andalouse“ (Viola, Klavier Streichquartett), einen für sechs Bratschen (!) arrangierten Rumänischen Tanz Bartóks und Antonio Solers barocken, von Mönkemeyer mit Solo-Viola, Cembalo, Gitarre und vielen Streichern instrumentierten Fandango d-Moll. Unnötig hervorzuheben, dass mit einem solchen, hier einzeln leider nicht namhaft zu machenden Team fabelhaft musizierender KünstlerInnen nahezu alles machbar ist. Nicht nur ein mit klanglicher Sensibilität, gestalterischer Prägnanz und lustvoll inspirierter, ja elektrisierender Spielfreude begeisternder Dvorák, sondern auch ein so feinsinniger wie delikat kraftvoller Schumann oder Turinas raffinierte impressionistische Klangwelt. Dass man mit sechs rustikal „tanzenden“ Bratschen ein Publikum begeistern kann, war da wenig überraschend. Nicht weniger die von Mönkemeyer klangfulminant instrumentierte Variante eines barocken und als konzertanter „Fandango“ etwas aus dem Rahmen fallenden spanischen Cembalostückes!

Helle Begeisterung im vollen Saal über einen vielversprechenden Auftakt.

OZ

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