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Fauré-Quartett entfacht Festival-Rausch auf Rügen

Baabe/Putbus Fauré-Quartett entfacht Festival-Rausch auf Rügen

Rekord: Mehr als 5000 Besucher zog die Frühlings-Ausgabe der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern an / Abschlusskonzerte in Baabe und Putbus

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Das Fauré-Quartett während seines diesjährigen Auftritts in Putbus. Die vier Musiker waren für das Festspielprogramm zuständig.

Quelle: Christian Rödel

Baabe/Putbus. 20 Jahre erfolgreiches Hochleistungsmusizieren — und kein bisschen müde! Wenn das auf ein Ensemble zutrifft, dann sicher auf das Fauré-Klavierquartett, das sich mit einem solchen Jubiläum schmücken kann. Natürlich auf Rügen, wo das Ensemble soeben den 5. Jahrgang seines Festspielfrühlings beendet hat, auch sonst schon seit 2001 — damals wurden sie zu den Preisträgern des Festivals gekürt — zur Familie der Festspiele MV zählt und seitdem in der noch immer gleichen Besetzung helle Begeisterung auslöst.

Die „Faurés“ haben tatsächlich alles, was ein Spitzenensemble auszeichnet: ein in jeder Klang- und Gestaltungsfacette ausgereiftes Ensemblespiel, das nicht nur in jedem Stil sattelfest ist, sondern auch die Souveränität des um alle Wirkungen wissenden Interpreten mit äußerster Lebendigkeit und einer immer wieder beeindruckenden Leidenschaft des Spiels zu verbinden weiß. Da wird nicht schlechthin musiziert, da geht es um ein Bekenntnis zu dem, was Noten allein noch nicht verraten und der Namensgeber des Quartetts — Gabriel Fauré — so ausdrückte: „Kammermusik ist die wahre Musik und der ehrlichste Ausdruck einer Persönlichkeit.“ Und wenn Letztere jene ungekünstelte, ein Publikum sichtlich als Partner ernst nehmende Verbindlichkeit besitzt, wie sie das Fauré-Quartett auszeichnet, dann ist auch die Erfolgsgeschichte des Festspielfrühlings Rügen nichts weniger denn ein Geheimnis.

2012 von Matthias von Hülsen mit sicherem Gespür für den richtigen Künstlerischen Leiter etabliert, haben Erika Geldsetzer (Violine), Sascha Frömbling (Viola), Konstantin Heidrich (Violoncello) und Dirk Mommertz (Klavier) als Interpreten und künstlerisch Verantwortliche für jeweils umfangreiche Konzert- und Veranstaltungsprogramme alle Erwartungen übertroffen: Rügen ist im März eine hochkarätige Festspiel-Insel und war auch in diesem Jahr mit über 5000 Besuchern — zum Vergleich: 2015 waren es 4500 — wieder ein Publikumsmagnet.

Wie auch nicht, wenn neben dem omnipräsenten Fauré-Quartett hervorragende Gäste locken und in wenigen Tagen das präsentieren, was Musikzentren europäischen Ranges so nicht bieten. In diesem Jahr kamen neben anderen Matthias Schorn, Dominique Horwitz und an diesem Wochenende die Schauspielerin Katja Riemann auf die Insel. Dass all dies mit freudigem Stolz, aber ohne jede Überheblichkeit präsentiert wird und sich das Festival im Wortsinne als „Familienangelegenheit“ versteht, dürfte in dieser Form ein bewahrenswertes Alleinstellungsmerkmal sein.

Der vorgestrige Finaltag hat das eindrucksvoll bestätigt: nachmittags in Baabe mit dem „Geburtstagskonzert“ des Fauré-Quartetts und einem begeistert lautstark gefeierten Programm „nach Wahl“.

Gespielt wurden Robert Schumanns Es-Dur-Quartett op. 47 und Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ im Arrangement für Klavierquartett. Abends im Marstall Putbus mit einer großartigen Abschlussveranstaltung. So überzeugend hat man Antonio Vivaldis „Jahreszeiten“ mit Mirijam Contzen (Violine), Astor Piazzollas „Jahreszeiten“ mit Priya Mitchell (Violine) und sein Bandoneon-Konzert „Concerto de Nácar“ mit Marcelo Nisinmann wohl selten gehört!

Der Festivalrausch ist vorüber. Ein nächster wird kommen — und mit ihm ein neuer künstlerischer Leiter: der Ausnahme-Bratscher Nils Mönkemeyer — auch er war bereits Preisträger der Festspiele. Vom 17. bis zum 26. März 2017 plant Mönkemeyer ein Programm mit Matthias Schorn, Quadro Nuevo und Meret Becker.

Fünf Tage Festspielfrühling auf Rügen

Der diesjährige Festspielfrühling der Festspiele MV ging gestern zu Ende: Innerhalb von zehn Tagen gab es 22 Konzerte und Begleitveranstaltungen, mit 5000 Besuchern wurde ein neuer Besucherrekord aufgestellt.

Die vier Musiker des Fauré-Quartetts, die die künstlerische Leitung innehatten, gelten als Urheber der Festspiele, die im März 2017 erneut starten.

Auch im kommenden Sommer machen die Festspiele MV Musik auf der Insel Rügen — während des Musikfests in Landow, in Bergen, auf der Seebrücke von Sellin, im Jagdschloss Granitz und im Gutshaus Boldevitz.

Von Ekkehard Ochs

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