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Feierstunde: Spannung und Komik statt Spott und Klamauk

Tatort-Blitzkritik Feierstunde: Spannung und Komik statt Spott und Klamauk

Wer gedacht hat, Münster kann nur albern, wird in der 30. Folge dieser Tatort-Reihe eines besseren belehrt. Axel Prahl und Jan Josef Liefers spielen diesmal großartig auf, würzen einen erstaunlich spannenden Krimi mit dem ihnen eigenen Witz.

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Während Peter Jordan, alias Prof. Gätz (r) die Feiergesellschaft in Schach hält, kümmert sich Chrisine Urspruch, alias Silke Haller (l) um ihren Chef, Jan Josef Liefers, alias Professor Boerne.

Quelle: Wolfgang Ennenbach

Rostock/Münster. Ehrlich gesagt stand das Glas Wein schon parat, die Münster-Krimis mit oft sinnentleertem Klamauk sind so in der Regel besser zu ertragen. Was aber Prof. Boerne (Jan Josef Liefers) und Kommissar Thiel Axel Prahl beim 30. gemeinsamen Auftritt abliefern, ist Fernsehunterhaltung auf ganz hohem Niveau. 

Der eine eitel, der andere schrullig, das kennt das Publikum zur Genüge. Diesmal aber stützen die Charaktere die Handlung - und nicht andersrum. 

Da macht es auch nichts aus, dass der Täter schon früh feststeht, und dass die Psychologin von Anfang ebenfalls verdächtig agiert. Wie in einem guten Bühnenstück treibt Harald Götz, Wissenschaftler mit Mordphantasien (Peter Jordan), das Geschehen und seine Geiselnahme im Gasthof voran. Schön: Der blutige Auftakt des Krimis, in dem Boerne erschossen wird (kleiner Schreck für alle wahren Münster-Fans) entpuppt sich als Wahnvorstellung und wird so nachträglich seines Schreckens beraubt. Den wohl wirklich schlimmen Anblick der Filmtoten mit zerschossenem Gesicht erspart uns die Regie. Das hat der Zuschauer in anderen Tatortfolgen auch schon anders erleben müssen, leider.

Auch das Ende ist vergnüglich. Kurz glaubt man, der eitle Professor habe sich tatsächlich gewandelt. Doch der findet schnell zu seiner Selbstverliebtheit zurück - ein Zeichen an die Zuschauer:  Boerne und Thiel haben auch über die 30. Folge hinaus noch einiges vor.

Der Wein hinterher hat übrigens erst recht geschmeckt.

Nick Vogler

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