Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Fernsehen Martina Hill: „Es gibt viele lustige Frauen“
Nachrichten Kultur Fernsehen Martina Hill: „Es gibt viele lustige Frauen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:00 25.10.2018
Martina Hill bekommt ab Freitag ihre eigene Comedy-Sendung: die „Martina Hill Show“. Quelle: Foto: Willi Weber/Sat.1

Wie unterscheidet sich eine Show, die Ihren Namen trägt, von einer Sketchshow wie „Knallerfrauen“?

Es steckt mehr drin. Die „Knallerfrauen“ haben vorwiegend Alltagsthemen behandelt. Dabei war mir wichtig, dass sich die Sketche abheben von der klassisch gelernten, bunten Sketchcomedy. Jetzt nach ein paar Jahren hatte ich Bock, es wieder bunter werden zu lassen – quasi „Switch reloaded“ und „Knallerfrauen“ zu vereinen. Ich muss mich in der Show nicht in einem Korsett bewegen, ich kann auch einfach mal eine Perücke aufhaben und schiefe Zähne, ich kann aber auch mal eine Heidi Klum parodieren oder eine realistische, überforderte Mutter spielen.

Was hat dazu geführt, dass Sie jetzt zunehmend nicht mehr als Kunstfigur, sondern als Martina Hill in Erscheinung treten?

Die „Knallerfrauen“ waren Frauen im Alltag und „Switch reloaded“ war ein reines Fernsehparodienformat. Da dachte ich, bevor wir der Show irgendeinen Namen Titel geben, wie „eine Mischung aus beidem“ benenne ich sie einfach nach mir: So weiß man direkt, was drin ist.

Erwarten Ihre Mitmenschen im privaten Umfeld auch, dass Sie immer witzig und aufgedreht sind?

Nein, das fordert zum Glück keiner ein. Ich muss nicht pausenlos die Ulknudel geben oder den Klassenclown.

In der „heute-show“ spielen Sie ein ganzes Portfolio an Figuren der Familie Hausten. Welches ist Ihre Lieblings-Hausten: Nachrichten-Expertin Tina Hausten, die sächsische Linke Mandy Hausten, die Berliner Grüne Dörte Hausten oder die bayerische Agrarfunktionärin Antonia von Hausten?

Mittlerweile ist Mandy Hausten meine Lieblingsfigur. Wenn ich die Perücke aufsetze und in die olle Jeansjacke schlüpfe, geht’s mir gut. Die ist so schön drüber und so physical und nimmt sich mit ihrer Schlacksigkeit so einen Raum im Studio. Allein wie Mandy teilweise mit Oliver Welke umspringt - die ist so herrlich angstfrei und frech, ich mag das einfach. Ich muss auch selbst darüber lachen, deshalb tut mir die Rolle unglaublich gut.

Mit welcher der Haustens könnten Sie befreundet sein?

Gute Frage, ich mag Dörte Hausten ganz gern. Die ist zwar ein bisschen anstrengend auf Dauer, aber wir hätten uns bestimmt eine Menge zu erzählen. Ich würde alle Haustens mit auf eine einsame Insel nehmen, wie eine große Familie, sie dann dort absetzten und allein wieder nach Hause fliegen.

Wen würden Sie gern mal parodieren?

Im Kollegenbereich ist das schwierig geworden, weil ich mittlerweile viele persönlich kenne. Früher hätte ich vielleicht noch die ein oder andere Comedian parodiert, heute würde es mir glaub ich schwieriger fallen. Da wär ich sicher zu befangen und könnt nicht mehr objektiv ran gehen. Aber es gibt ja da draußen noch viele andere.

Liegt die Tatsache, dass Sie Comedians, die Sie besser kennen, nicht parodieren, auch daran, dass Sie dann eine direkte Reaktion von den Personen bekommen würden – beispielsweise bei Carolin Kebekus?

Nein, daran liegt es nicht. Davor hätt ich keine Angst. Tatsächlich ist das Feedback von allen durch die Bank weg positiv, bisher hat’s mir keiner Krum genommen. Und Carolin fände das glaube ich superlustig, wenn ich sie mal nachmachen würde. Vielleicht mache ich das ja sogar noch. Sie wäre die erste, die mich anruft und mir Tips geben würde „Mach mal so, ich mach doch immer so“. Da hätt ich keine Bedenken. Außerdem gehe ich beim Parodieren auch immer sehr bedacht und liebevoll heran, dass man nachher nicht denkt „Autsch, wie furchtbar und gemein“, sondern „cool, wie lustig“. Dass man nicht auslacht, sondern darüber lacht.

Nervt Sie eigentlich die Frage, warum es so wenig lustige Frauen gibt? Oder stimmt das gar nicht mehr?

Ich habe letztens erst wieder mit Carolin Kebekus und Anette Frier beim Comedypreis darüber gesprochen, dass uns diese Frage sehr häufig gestellt wird. Wir verstehen das nicht so ganz, weil wir das ganz anders sehen: Es sind eigentlich tierisch viele weibliche Comedians am Start, es gibt unheimlich viele lustige Frauen. Das war mal eine Zeit lang eine Männerdomäne, aber das ist längst überholt.

„Knallerfrau“ Martina Hill präsentiert Freitagabend erstmals die „Martina Hill Show“ (23.20 Uhr, Sat.1).

Von Hannah Scheiwe

Der „Bergdoktor“ Hans Sigl und Pur-Frontmann Hartmut Engler sind nur zwei der Gäste bei „Verstehen Sie Spaß?“ (Sonnabend, 27. Oktober, 20.15 Uhr, ARD). Guido Cantz bittet zur großen Herbstausgabe seinerShow.

25.10.2018

Eine unfassliche Macht greift nach der Menschheit – wer sie anblickt, ist des Todes. Die dänische Regisseurin Susanne Bier hat für den Streamingdienst Netflix einen Sinnenthriller à la „A Quiet Place“ gedreht. Ab 21. Dezember kämpfen darin Sandra Bullock und John Malkovich ums Überleben.

25.10.2018

Er ist der Kultfilm in der Vorweihnachtszeit und an den Feiertagen: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Nun steht fest, an welchen Terminen der Film in diesem Jahr im TV läuft. Da kann Weihnachten kommen.

09.11.2018