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Kultur Festspiele MV: Überraschend, frisch und anders
Nachrichten Kultur Festspiele MV: Überraschend, frisch und anders
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11:14 14.10.2017
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Neubrandenburg

Es war voller Körpereinsatz, den Pianistin Anna Vinnitskaya und Krzysztof Urbanski, Gastdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters, am Freitagabend in der Konzertkirche Neubrandenburg aufboten: 750 Besucher waren zum Abschlusskonzert des Festspielsommers gekommen, der in diesem Jahr mit einem Rekord von 82 000 Besuchern endete.

Sanft lässt Vinnitskaya die Finger über die Tasten gleiten. Dann entfaltet die Musik ihre eigenwillige Dramatik und scheint sich auch Vinnitskayas zu bemächtigen, die in schelmisch-marionettenhafter Manier, fast wie fremdgesteuert, dem Flügel Ton für Ton abfordert. Das scheinen die Werke von Sergej Prokofjew und Dmitri Schostakowitsch von 1913 und 1937 mitzubringen, denn auch der gern als schillerndes Wunderkind am Taktstock bezeichnete Krzysztof Urbanski, der das Orchester dirigiert, wirkt eher wie ein Magier mit Zauberstab, durch den die Musik ungebremst hindurchfließt. Es ist genau diese Mischung von jungen Künstlern, ungewöhnlichen Konzertformaten, einer besonderen Musikauswahl und der familiären Atmosphäre, die seit Jahren den Erfolg der Festspiele MV ausmachen.

„Sie sind überraschend, frisch und anders“, lobt Kultusministerin Birgit Hesse. Besonders der Preisträger in Residence, der 29-Jährige Schlagzeuger Alexej Gerassimez, hat bei ihr bleibenden Eindruck hinterlassen. „Mit seinem Können und seiner besonderen Art hat er alle verzaubert. Es war die beste Festspielsaison, die ich erlebt habe. Das lässt sich 2018 kaum noch steigern“, sagt Hesse vor dem Konzert. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) war wegen des Wahlkampfes in Schwerin geblieben, folgt aber Erwin Sellering auch als neue Schirmherrin der Festspiele. „Das hat sie mir vor ein paar Tagen in einem persönlichen Brief mitgeteilt“, verriet Festspielintendant Markus Fein, der sich nach dem letzten von 131 Konzerten an 84 Orten mehr als erleichtert zeigte. „Ich bin übervoll mit Eindrücken und Erlebnissen und überglücklich über die phantastische Saison“, sagte er und zählte Höhepunkte auf: „Der magischste Moment war mit Daniel Hope in Ulrichshusen, das fröhlichste Konzert das Fahrradkonzert in Schwerin mit 2000 Besuchern und das festlichste Konzert die Einweihung der neuen Orgel in Neubrandenburg mit Iveta Apkalna .“

Auch Feins Vorgänger Matthias von Hülsen ist voll des Lobes: „Für mich ist es die größte Freude, zu erleben, dass das, was man begonnen hat, sich so innovativ weiterentwickelt“, sagte der 74-Jährige.

„1990 konnte man die Leute im Publikum noch zählen.“ Fein sei ein großer Innovator, besonders, was Formate anbelangt. „Er schaffte es, das Publikum noch mehr einzubinden, indem er ganze Tage abfordert. Die Besucher müssen nicht nur kommen, sondern auch bleiben.“ Dass sie das gern tun, zeigt der Rekord von 82 000 Besuchern – trotz durchwachsenen Wetters gut 2000 mehr als 2016. Für das Festspieljahr mit Rügener Festspielfrühling und den Advents- und Neujahrskonzerten werden mehr als 90 000 Besucher erwartet.

Stefanie Büssing

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