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Kultur Festspiele entdecken Unerhörtes im ganzen Land
Nachrichten Kultur Festspiele entdecken Unerhörtes im ganzen Land
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00:00 30.11.2017
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Schwerin

Die Festspiele MV setzen 2018 auf Kontinuität – allerdings auf eine spezielle, die Entdeckerlust und den frischen Blick betont. So wird in der kommenden Sommersaison (15. Juni bis 16. September) jener Künstler als Preisträger in Residence hier 24 Veranstaltungen bestreiten, der im Vorjahr noch ein Konzertstück für den damaligen Residenzpreisträger Alexej Gerassimez komponiert hatte: der Pianist Kit Armstrong.

Der 25-jährige US-Amerikaner sei „das größte musikalische Talent, das ihm je begegnet sei“, so zitierte Festspiel-Intendant Markus Fein gestern den Meisterpianisten Alfred Brendel, der lange Armstrongs Lehrer war. Mehr noch: Bei der Präsentation der Höhepunkte des kommenden Festspiel-Sommers im NDR-Landesfunkhaus Schwerin kündigte Intendant Fein seinen Star als außerordentlich vielseitigen Künstler an: Er wird viel Klavier spielen, komponiert aber auch eine Festspiel-Ouvertüre für Orgel Solo, die er während des Eröffnungskonzerts mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester in Neubrandenburg selbst auf der neuen Orgel spielt. Er wird erstmals dirigieren und wagt sich dabei gleich an ein großes Händel-Oratorium, „Theodora“. Weil Armstrong auch studierter Physiker ist, spricht er in Landsdorf mit Prof. Dr. Thomas Klinger, dem Wissenschaftlichen Leiter des Testreaktors Wendelstein 7-X; seine Vorliebe fürs Origami-Falten verbindet er mit passender Musik, und auch seine Lust am Kochen und Genießen soll in einer Veranstaltung mit dem Sternekoch Daniel Schmidthaler das Publikum in Fürstenhagen mit ungewöhnlichen konzertanten und kulinarischen Ergebnissen überraschen.

145 Konzerte bringt der Festspiel-Sommer im ganzen Land, darunter klingende Namen von Stars: Hélène Grimaud und Julia Fischer, Igor Levit und Janine Jansen, die Academy of St. Martin in the Fields, das Züricher Kammerorchester. Große Namen auch unter denen, die 2018 beim drittgrößten Klassikfestival Deutschlands debütieren: erstmals dabei der russische Pianist Daniil Trifonov, die Sächsische Staatskapelle Dresden und Stargeiger Pinchas Zuckerman.

Auch neue Schauplätze wird das Festival in seiner Reihe „Unerhörte Orte“ musikalisch entdecken: in Torgelow (Eisengießerei), Anklam, Kummerow oder Freest (Bootswerft). Und in der Druckerei der OSTSEE-ZEITUNG wird das Publikum erleben, wieso die Druckerei ein „unerhörter“ Ort ist und einer, der auch im digitalen Zeitalter längst nicht überholt ist. Im OZ-Haus werden am 25. August der Pianist Francesco Tristano, das Vibrafon-Duo Richard Putz/Sergey Mikhaylenko und das Elbtonal Percussion Percussionensemble spielen. Dazu gibt’s eine Filmdokumentation der OZ und anschließend im Innenhof „Klavier meets Electronics“ mit Francesco Tristano. Der Abend gehört zugleich zu einem Rostock-Schwerpunkt, den die Festspiele zum 800-jährigen Jubiläum der Hansestadt auflegen. Ein Wandelkonzert mit der Norddeutschen Philharmonie sowie mit dem Ensemble Resonanz und dem Schauspieler Charly Hübner führt am 7. September in die Schiffbauhalle 207 sowie in die Straßenbahnwerkstatt der RSAG.

Neben bewährten Reihen wie „Junge Elite“, „360 °“ (als Cello-Festival) oder „Jahrmarkt der Sensationen“ gibt’s eine neue: „2 x Hören“ bietet einzelne Musikstücke in unterschiedlichen Besetzungen und Kontexten – eine kleine Schule des Hörens.

Musikfeste, intime Kunsterlebnisse, ungewöhnliche Orte. Und auch Open Airs mit großem Entertainment fehlen 2018 nicht: Max Raabe tritt mit seinem Palast Orchester im Schlosspark Fleesensee auf, Daniil Trifonov mit dem Berliner Konzerthausorchester unter Christoph Eschenbach im Schlosspark Bothmer und Mnozil Brass mit Nils Landgren in der Klosterruine Dargun. Ein Festival, das ganz und gar persönlich geprägt sei, hob Intendant Markus Fein hervor: „Keine Konfektionsware, alles maßgeschneidert auf die Orte“. Und einer, der den besonderen Charakter fast von Beginn an mitprägte, feiert 25-jähriges Festspiel-Jubiläum: der Geiger Daniel Hope und auch Pianist Sebastian Knauer mit einem spannenden Programm.

Dietrich Pätzold

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