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Kultur Filmemacher beweisen zivilen Ungehorsam
Nachrichten Kultur Filmemacher beweisen zivilen Ungehorsam
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00:19 20.05.2015
Die erste Hürde für die Flüchtlinge im Film: der Grenzübertritt von Italien nach Frankreich. Quelle: Adopt a Revolution (1), Thorsten Czarkowski (1)
Rostock

Mit der Aufführung ihres Dokumentarfilms wollten die Macher ein Zeichen in der aktuellen Flüchtlingsdiskussion setzen. Der Streifen „Auf der Seite der Braut“ war am Montagabend im Peter-Weiss-Haus in Rostock zu sehen.

Entstanden ist der Film in Italien, bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig 2014 hatte er einen Spezialpreis erhalten. In Deutschland hat der Streifen bislang noch keinen Verleih gefunden.

Für eine kleine Aufführungstour hat sich die deutsch-syrische Initiative „Adopt a Revolution“ in Zusammenarbeit mit „Pro Asyl“ organisiert.

Die Intention des Filmes: Er will auf die umstrittene EU-Flüchtlingspolitik aufmerksam machen. Die Handlung: Eine als Hochzeitsgesellschaft getarnte Flüchtlingsgruppe macht sich auf die Reise von Italien nach Schweden. Sie wählt dabei den risikoärmsten Weg, überwindet die EU-Innengrenzen meist auf Autobahnen. Die Reise führt von Italien über Frankreich, Luxemburg, Deutschland, Dänemark zum Traumziel Schweden. Die erste Grenze überwindet man zu Fuß, die letzte mit der Bahn.

Dieses Vorgehen ist strafbar. Denn die EU-Zuständigkeitsregelung „Dublin III“ untersagt Flüchtlingen, ihren Aufenthaltsort innerhalb der Europäischen Union frei zu wählen. Doch die meisten Flüchtlinge wollen nach Schweden, weil das Land ihnen die besten Aufnahmebedingungen bietet.

Die Filmemacher Gabriele del Grande, Antonio Auguliaro und Khaled Soliman Al Nassiry haben bewusst gegen EU-Recht verstoßen, gleichzeitig sehen sie sich durch die Öffentlichkeit geschützt. „Was wir getan haben, ist illegal, aber legitim“, sagt Regisseur Gabriele del Grande. Konkret geholfen wurde auf dieser Reise Flüchtlingen aus Syrien und Palästina, die es schließlich bis nach Schweden schafften. Dieses Roadmovie hat auch viele stille Momente, wenn die Flüchtlinge ihre bewegenden Geschichten erzählen.

Tasmin Fared, die im Film die Braut darstellte, war bei der Aufführung in Rostock zu Gast. In der nachfolgenden Diskussion berichtete sie von den Dreharbeiten, auch von dem Schicksal der beteiligten Flüchtlinge. Und der zivile Ungehorsam der Filmemacher war an diesem Abend Konsens: „Denn die Leute, die Flüchtlingen nicht helfen, die sollten Konsequenzen fürchten.“



Thorsten Czarkowski

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