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Filmfestival Locarno mit starker deutscher Präsenz

Bern/Locarno Filmfestival Locarno mit starker deutscher Präsenz

Das Festival von Locarno lockt Filmfreunde im August an den Lago Maggiore. Aus Deutschland kommt viel Prominenz - von Maria Schrader bis Mario Adorf.

Bern/Locarno. Der deutsche Film ist beim 69. Internationalen Filmfestival von Locarno (3.-13. August) stark vertreten.

Chancen auf den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, haben „Der traumhafte Weg“ der deutschen Regisseurin Angela Schanelec, die rumänisch-deutsche Koproduktion „Vernarbte Herzen“ von Radu Jude sowie „Marija“, eine deutsch-schweizerische Koproduktion von Michael Koch. Insgesamt laufen 17 Filme im „Concorso Internazionale“, dem zentralen Wettbewerb des Festivals am schweizerischen Ufer des Lago Maggiore.

Hinter den drei großen Filmfesten von Cannes, Berlin und Venedig zählt Locarno zu den weltweit vielbeachteten Festivals. Carlo Chatrian, der künstlerische Leiter in Locarno, nannte am Mittwoch in Bern die Fokussierung auf das junge Kino als Schwerpunkt der diesjährigen Ausgabe. „Das Programm steht ganz im Zeichen des ursprünglichen Geistes des Festivals, der weniger bekannten Filmografien und aufstrebenden Filmschaffenden viel Platz einräumt“, sagte er.

Mehr als 250 Kurz- und Lang-, Dokumentar- und Spielfilme laufen in den verschiedenen Sektionen und Wettbewerben. Darunter sind viele Beiträge aus Deutschland. Die Regisseure Christian Schwochow mit „Paula“ und Maria Schrader mit „Vor der Morgenröte“ haben außerhalb der Wettbewerbe Chancen auf den begehrten Publikumspreis.

Ihre Filme gehören zum Programm der nächtlichen Freiluftaufführungen auf der Piazza Grande, dem Marktplatz von Locarno. Hier stimmen die Zuschauer über den Gewinner ab. Schwochow und Schrader werden als Gäste auf dem Festival erwartet. Dazu kommt weitere Prominenz aus Deutschland: Regisseur Edgar Reitz („Heimat“) arbeitet in der Jury des Kurzfilmwettbewerbs „Pardi di domani“ mit.

Eine Retrospektive widmet das Filmfestival unter dem Titel „Geliebt und verdrängt“ dem bundesdeutschen Kino der Jahre 1949 bis 1963. Die damit verbundene Erkundung und Neubewertung des Kinos der jungen BRD passt zum Selbstverständnis des Festivals. Carlo Chatrian sieht Locarno als ein „Festival der Avantgarde: politisch und poetisch, visionär und nonkonformistisch“. Als Ehrengast kommt Schauspieler Mario Adorf (85/„Die Blechtrommel“, „Der große Bellheim“) an den Lago Maggiore. Er erhält einen Ehrenleoparden.

dpa

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