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Kultur „Steig. Nicht. Aus“ – Terror im Automobil
Nachrichten Kultur „Steig. Nicht. Aus“ – Terror im Automobil
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06:03 12.04.2018
Ultracool und rätselhaft: Die Bombenentschärferin Pia Zach (Hannah Herzsprung) im Thriller „Steig. Nicht. Aus.“ Quelle: NFP
Hannover

Karl Brendt will zur Arbeit, vorher noch kurz an der Schule Sohn und Tochter aus dem Auto werfen – da kommt ein Anruf. Ein Unbekannter hat eine Bombe in seinem Auto platziert. Verlässt auch nur ein Insasse seinen Sitz, geht sie hoch, Vater und Kinder sterben. Damit die Protagonisten und der Zuschauer begreifen, wie ernst die Lage ist, fliegt exemplarisch das Auto von Karl Brendts Kollegen in die Luft. Die Geschichte erinnert an „Speed“, wo eine ähnliche Bombe in einem öffentlichen Bus tickte.

Showdown am Berliner Gendarmenmarkt

„Steig. Nicht. Aus!“ von Christian Alvart („Tschiller: Off Duty“) hat einige interessante Wendungen, eine meist ansprechende Kameraarbeit und eine coole silbergraue Grundfärbung. Als Brendts Sohn im Auto schwer verletzt wird, der Bombenleger aber darauf besteht, vor dessen Rettung eine halbe Million Euro auf seinem Offshore-Konto vorzufinden, wird die Erpressung zum Wettlauf mit der Zeit. Auf dem Berliner Gendarmenmarkt spitzt sich die Lage zu, das Bild von dem Polizeihubschrauber, der das Auto stoppt, hat etwas Überwirkliches.

Könnte also richtig fesseln das alles, hätte Alvart für die Protagonisten im Auto genug zu tun. Hier aber herrscht Hochgeschwindigkeitsleerlauf. Wotan Wilke Möhring versucht sich vorzustellen, wie ein echter Mensch auf eine solche Situation reagieren würde, schreit viel zu oft „Scheiße! Scheiße! Scheiße!“ und sieht dabei so verzweifelt aus wie Bruce Springsteen bei einer besonders schwierigen Gesangspassage.

Die meisten Figuren bleiben Schemen und Schablonen

Und der Angreifer brüllt wieder und wieder „Erst mein Geld!“ und „Superarschloch!“ durchs Telefon, bis man ihn satt hat, und kaum noch interessiert ist, warum er all das Unheil angezettelt hat.

Die meisten Figuren bleiben sowieso Schemen und Schablonen, viele Dialogzeilen sind von der 08/15-Liste. Emily Kusche ( „Tigermilch“) allerdings macht als Tochter Josefine auf der Rückbank gute Figur und von der Bombenentschärferin Pia Zach (Hannah Herzsprung), die ausschaut, als habe sie zeitlebens in Dantes Inferno geblickt, würde man gern mehr erfahren. Tut man aber nicht. Ergebnis: Reicht. Nicht. Aus.

Von Matthias Halbig / RND

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