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Finalisten für Deutschen Buchpreis 2016 stehen fest

Frankfurt/Main Finalisten für Deutschen Buchpreis 2016 stehen fest

Sechs Romane, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch etwas gemeinsam haben: „Eine starke Bodenhaftung“ beobachtet die Jury für den Deutschen Buchpreis ...

Frankfurt/Main. Sechs Romane, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch etwas gemeinsam haben: „Eine starke Bodenhaftung“ beobachtet die Jury für den Deutschen Buchpreis bei allen Autoren, die sie auf die Shortlist setzte. Und einen ausgeprägten Realitätsbezug. Welche Realität, das ist von Buch zu Buch verschieden: Liebe im Alter und sturmfreie Bude in der Pubertät, eine psychische Erkrankung und eine zerfallende ländliche Welt. Man habe „hart und kontrovers diskutiert“, gesteht Jury-Sprecher Christoph Schröder. Es sei ein außergewöhnlich guter Jahrgang. Der Sieger wird am 17. Oktober bekanntgegeben. Er erhält 25 000 Euro, die anderen fünf Finalisten bekommen jeweils 2500 Euro. Alte Bekannte stehen auf der Shortlist, wie Erfolgsautor Bodo Kirchhoff und Thomas Melle, der bisher mit jedem seiner Romane für den Buchpreis nominiert war. André Kubiczek wandelt sich gerade, so der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, vom „literarischen Trashpiloten“ zum ernsthaften Autor. Seine „Skizze eines Sommers“, eine Jugendgeschichte aus der DDR, ist die leichteste Lektüre auf dieser Liste.

Die Jury war beeindruckt von der „leichthändigen, schwebenden“ Art, wie diese Wochen bei sturmfreier Bude erzählt werden.

Ganz anders Thomas Melles „Die Welt im Rücken“. „Ein Buch, das wehtut“, sagt Schröder. Melle erzählt von seiner bipolaren Störung, das Buch ist eine Chronik seiner manisch-depressiven Schübe und doch weit mehr als das: „Er verwandelt eine Krankheit in grandiose Literatur.“

„Auch ziemlich hart“ fand die Jury Philipp Winklers Romandebüt „Hool“, das Einblick gibt in eine literarisch unterbelichtete Szene: Hooligans. Die Meinungen in den Feuilletons gehen auseinander: Die „FAZ“ findet es „eine der intensivsten Lektüren dieser Saison“, die „Zeit“ ist der Meinung, das Buch „geht auf interessante Weise schief“.

Ebenfalls stark in einem Milieu verankert ist Reinhard Kaiser- Mühleckers „Fremde Seele, dunkler Wald“, die Geschichte zweier Brüder, deren väterlicher Hof verfällt. Die Jury beeindruckte an diesem „sehr österreichischen“ Buch, wie der junge Autor „hilflosen und sprachlosen Figuren eine Stimme gibt und daraus Literatur macht“.

„Sehr dezent“ kommt auch das andere Buch aus Österreich daher, Eva Schmidts „Ein langes Jahr“. Ein Roman in 38 Episoden, erzählt aus wechselnden Perspektiven, die sich zu einem Ganzen fügen.

Der bekannteste Name auf der Shortlist ist Bodo Kirchhoff. Sein jüngstes Buch heißt „Widerfahrnis“: Zwei älteren Menschen widerfährt die Liebe. In diese zeitlose Story bricht die Aktualität ein – in Gestalt eines Flüchtlingsmädchens. Sandra Trauner

OZ

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