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Folkwang testet neues Ausstellungsformat

Platz für junge Künstler Folkwang testet neues Ausstellungsformat

Öfter mal was Neues, dachten sich die Folkwang-Leute. Und kreierten ein neues Ausstellungsformat. Aktuelle Kunst will das Essener Museum fortan vier, fünf Mal im Jahr auf kleinem Raum zeigen. Ansonsten locken 2017 Richter-Editionen, Kluge-Werke und Lassnig-Gemälde.

Essen. Unter dem Titel „6½ Wochen“ testet das Kunstmuseum Folkwang in Essen im kommenden Jahr ein neues Ausstellungsformat.

Vier bis fünf Mal im Jahr will Museumsdirektor Tobia Bezzola für jeweils sechseinhalb Wochen aktuelle Tendenzen der Gegenwartskunst zeigen: „prägnant, aktuell und mit kurzfristigen Planungsvorläufen“, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2017.

Vor allem junge Künstler bekommen dafür einen eigenen Saal, der direkt an die Eingangshalle grenzt. Start soll im Februar sein. Wer zuerst ausstellt, steht noch nicht fest. Mit dem neuen Format wolle man bei freiem Eintritt vor allem „junge und jüngere“ Besucher ansprechen, sagte die Museumssprecherin Anka Grosser.

In Sonderausstellungen zeigt das Museum im kommenden Jahr unter anderem sämtliche mehr als 165 „Editionen“ Gerhard Richters, also Kunstwerke in mehrfacher Auflage. Anlass ist dessen 85. Geburtstag im Frühjahr. Zu sehen sind Drucke, Fotografien, Objekte und Gemälde, darunter auch viele nur selten gezeigte Werke. Alle Editionen stammen aus der Sammlung des Essener Kunstmäzens Thomas Olbricht.

Ab September bekommt der Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge eine Ausstellung. Die Schau unter dem Titel „Pluriversum“ (bis Januar 2018) bestückt Kluge aus seinem umfangreichen Archiv. Zu sehen sind Texte, Bilder und Filme. Anlass ist ebenfalls der 85. Geburtstag des Intellektuellen.

Eine Retrospektive beleuchtet im Frühjahr das Werk der österreichischen Malerin Maria Lassnig (1919-2014). Zu sehen sind 45 Gemälde, darunter mehrere Selbstporträts. Eine weitere große Ausstellung schaut von Oktober an auf die Arbeiten des Schweizer Fotografen Balthasar Burkhard (1944-2010). Mehr als 300 Aufnahmen werden gezeigt.

Bezzola zog eine positive Bilanz der Abschaffung des Eintrittspreises für die ständige Sammlung. Hätten früher nur rund 20 Prozent der Besucher die Sammlung besucht, seien es mittlerweile rund 70 Prozent. Das Museum rechnet nach Angaben der Verwaltungsleiterin Barbara Wolf in diesem Jahr mit insgesamt rund 150 000 Besuchern. Seit Mitte 2015 ist der Eintritt in die Dauerausstellung für Besucher kostenlos. Als Ausgleich zahlt die Krupp-Stiftung fünf Jahre lang jährlich 200 000 Euro.

dpa

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